Squarepusher - Damogen Furies - Cover
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Squarepusher Damogen Furies


  • Label: Warp/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das kann Thomas Jenkinson alias Squarepusher besser und das weiß er bestimmt auch.

Auf einer Suche nach einem mördermäßig überdrehten Sound muss der Brite Squarepusher sich die leicht abgewandelte Kritik des Sensenmanns aus „Der Sinn des Lebens“ gefallen lassen. „Diese Musik, sie ist so verdammt aufgeblasen. Man möchte meinen, dass sie keine Eier hat!“, klingt Monty Pythons Gevatter Tod genervt im Hinterkopf, wenn „Damogen Furies“ in 44 Minuten nicht ein einziges Mal richtigen Druck hinter die eigenen Töne bekommt. Überladen und trotzdem ohne echte Power klingt es so, als hätten The Glitch Mob ein paar überflüssige Ansätze zum Abschuss freigegeben. Diese Resterampe wird dazu noch mit abgehalfterten Elementen aus Chiptune, Drum and Bass und DubStep angereichert. Das Ergebnis ist ein ungleichmäßiges, überforderndes und zielloses Werk.

Es klingt zu Anfang noch gar nicht dermaßen schlimm, mögen manche Ohren einen zu täuschen versuchen. Und tatsächlich hat „Stor Eiglass“ so etwas Ähnliches wie eine Hookline. Und als Kontrastprogramm darf das wabernde „Baltang Ort“ gerne auch noch verkauft werden, bis die saftlosen Beats nach vier Minuten einsetzen. Außer wildem Rumgewackel ist zu dieser Musik nichts möglich und selbst dafür braucht es eine gewisse Zufuhr an Auflockerungs- oder auch Aufputschmitteln, um sich den stressigen Beats zu ergeben. Da weder die Beats richtiges Gewicht bekommen und der Drum and Bass-Anteil sich durch Glitch verunstalten lassen muss, hat die Musik überhaupt keine einheitliche Wirkung auf die Hörer.

Wahlweise kann sich am anschließenden Titel „Rayc Fire 2“ aber auch irgendeinem anderen Stück bedient werden, wenn diese Kritik fortgeführt werden soll. Diese Musik klingt, als würde sie aus verschiedenen Richtungen an den Ohren ziehen und zerren. Anstatt sich einer der Richtungen hingeben zu können, wird man als Hörer immer wieder fortgeschleudert. Das Gesamtpaket erzielt jedenfalls keine einheitliche Wirkung, da dieser Effekt bis zum Ende bestehen bleibt. Teilweise grenzt das Album an Arbeitsverweigerung, wenn Squarepusher in „Kontenjaz“ den Sound einfach mal vor die Wand fahren lässt, um die Reduktion dessen dann als Abwechslung verkaufen zu können. Weniger wäre an diesen und vielen anderen Stellen mehr gewesen.

Vermutlich wird sich tatsächlich jemand finden, der Loops aus diesen Tracks fischen wird, die einen gewissen Wiederspielwert haben. Diese Suche fällt allerdings viel zu anstrengend aus und wenn diese Anstrengung nur aus wenig sinnvoller Überladung heraus entsteht und sich dahinter nicht viel verbirgt, dann bleiben auch Komplimente aus. Dafür kann man des Sensenmanns Worte nicht oft genug rezitieren, wenn bei all diesem Überfluss trotzdem alles blechern und künstlich klingt und nicht einmal die Tanzfläche bebt, wenn die Gehörgänge sich von den Klängen auf „Damogen Furies“ wie von Nadeln stechen lassen müssen. Die Formel nutzt sich ab und klingt schlichtweg nicht mehr so bestechend, wie noch manchmal auf vorigen Alben.

Anspieltipps:

  • Stor Eiglass
  • Baltang Ort

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