Marius Ziska - Home/Heim - Cover
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Marius Ziska Home/Heim


  • Label: Stargazer Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Fragil und poetisch, aufbrausend und emporhebend. Naturbelassen fließen Folk-, Elektro- und Songwriter-Pop zusammen. Ein Geheimfavorit!

Knapp 50.000 Menschen leben auf den Färöer-Inseln. Obwohl es wenige Bewohner sind, scheinen es im Pop-Bereich immer mehr Künstler zu werden. Beispiele gefällig? Da hätten wir Teitur, Gudrid Hansdottir, Danjal, Orka, Benjamin sowie einige andere und seit geraumer Zeit Marius Ziska. Ziska begann mit 16 Jahren in der Rockband Flux, die eine EP und Live-Auftritte vorweisen kann. 2005 war es dann so weit: Der Färinger veröffentlichte das Mini-Album „The Sky Is Our Home“ unter seinem Vornamen bzw. dem Bandnamen Marius. Es lässt sich also trefflich streiten, ob dies sein Debütalbum war oder das 2013 erschienene „Recreation“, das ihm über die Grenzen hinaus einen gewissen Bekanntheitsgrad bescherte.

Kritik und Publikum waren angetan, Ziska wurde sogar mit Bon Iver verglichen. Und tatsächlich hat er jene feingeistige und kunstfertige Art Lieder zu schreiben und jene Nordländern nachgesagte melancholische Ader. Wobei seine Songs zunächst relativ simpel gestrickt zu sein scheinen. So auch auf dem nun vorliegenden „Home / Heim“, das mit Synthies und elektronisch verfremdeter Stimme startet. Dabei ist der Opener keineswegs prototypisch, digitale und elektronische Spielereien stehen nicht im Mittelpunkt dieser acht Folk-Pop-Songs.

Aus einem Trommelschlag, einer Gitarrenfigur oder anderem Beiwerk heraus, entfalten sich die Lieder aus der Simplizität in eine naturgegebene Kunst, die mal mehr den leise akustischen, dann wieder eher einen aufbrausenden oder emporhebenden Charakter annehmen. Mittendrin erhebt sich immer die helle, fragile Stimme des Färingers und zeichnet Melodien nach oder gibt sie vor. Wobei es keine Rolle spielt, ob er in Englisch oder seiner Muttersprache singt.

Vor dem inneren Auge des Zuhörers vergegenwärtigen sich mitunter sanft sprudelnde Wasserquellen oder ein leise fließender Bach in unberührter Natur. Wenn dann Ziska von einer weiblichen Stimme (Eivor) flankiert wird („Shades“), nimmt es beinahe märchenhafte Züge an und selbst elektronische Beigaben fügen sich organisch ins Klangbild. Klischees oder Kitsch werden dabei nicht bedient, vielmehr entwirft Marius poetische Bilder mit seinen Liedern.

Die Melancholie ist allgegenwärtig, wird jedoch mit einer Leichtigkeit und Luftigkeit inszeniert, die einem das Herz wärmt. „Home /Heim“ ist eines jener kleinen unscheinbaren Alben, die sich nach und nach zu einem Geheimfavoriten entwickeln und die man dann nicht mehr missen möchte. Berührend schön!

Anspieltipps:

  • Let’s Not Fall Apart
  • Shades
  • Nerveran
  • Tokan

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