8:58 (Paul Hartnoll) - 8:58 - Cover
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8:58 (Paul Hartnoll) 8:58


  • Label: AC Recordings/ALIVE
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
10/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Uhr tickt: Für den Electro-Pop von 8:58 ist es nie zu spät.

Mit seinem Bruder Phil bildete Paul Hartnoll das britische Elektro-Duo Orbital. Orbital waren unter Mitwirkung von Stephen Hawking sogar Teil der Eröffnungsfeier bei den Paralympics 2012. Zudem war das Duo auf vielen Festivals der Headliner. Ihr erfolgreichstes Album hörte auf den Namen „Wonky“ (2012), Kritiker schätzten vor allem „Orbital 2“ (1993) und „In Sides“ von 1996. Nach 25 Jahren beschloss das Brüderpaar, einen Schlussstrich zu ziehen und Orbital in die Geschichtsbücher zu verbannen.

Unter dem Pseudonym 8:58 startet Paul Hartnoll nun als Solokünstler durch, wobei er für sein selbstbetiteltes Album von namhaften Interpreten wie Robert Smith (The Cure), Lianne Hall, Lisa Knapp, Ed Harcourt, The Unthanks, Fable und Cillian Murphy unterstützt wird. Name und Albumtitel beziehen sich auf die Uhrzeit. Hartnoll meint: „Für mich ist 8:58 ein Moment der Entscheidung. Es ist bald 9 Uhr. Gehst du zur Schule? Machst du den Job, den du eigentlich hasst?“

Paul Hartnoll wird seinen Job als Electro-Artist kaum hassen und der Titelsong am Anfang lässt dann den Schauspieler Cillian Murphy in die Welt hinausflüstern: „Bereite dich auf die Freiheit vor. Jetzt.“ Freiheit bedeutet für Hartnoll, die Synthies, Beats und Sequenzer für den Groove zu programmieren. Synthie- und Electro-Pop sind dann auch in der Folge in diversen Varianten zu hören.

Nach dem dramatischen, geradezu knallenden Auftakt, werden in „Please“ peitschende Beats mit flächigen und schwirrenden Synthesizern verknüpft, die Gesangsspur belegen Lianne Hall und Robert Smith von The Cure. Geradezu in Dream-Pop-Sphären geleitet uns „The Past Now“ mit der feenhaft hauchenden Lisa Knapp. Ed Harcourt bringt dem Electro- und Synthie-Pop in „Villain“ einige Singer/Songwriter-Noten bei.

Zurück zum Thema Uhrzeit führt uns das fiep-quietsch-scratchende „The Clock“ und danach dürfen wir mit The Unthanks „A Forest“ besuchen, dunkel-grüne Folktronica. „Broken Up“ ist verträumter Outta-Space-Pop und „Nearly There“ fliegt einen zurück zum elektrifizierenden Dancefloor. Das finale „Cemetery” spielt Ping Pong, die Vokalspur hat den Electro-Soul von Fable, wir dürfen weitertanzen.

„8:58“ hat mit seinen neun Tracks eine Gesamtspielzeit von 48:59 Minuten und variiert Electro mit Dream-, Songwriter-, Folk-, Soul- und Synthie-Pop. Dabei surft er hinaus ins weite All und wieder zurück auf den Dancefloor. Paul Hartnoll weiß, wie er seinen Maschinen den Groove beibringt und wie die dazugehörigen Vokalspuren zu belegen sind. Ein ansprechendes neues Projekt des Orbital-Mannes.

Anspieltipps:

  • The Past Now
  • Villain
  • A Forest
  • Cemetery

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