The View - Ropewalk - Cover
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The View Ropewalk


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 32 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus guten Voraussetzungen das Minimum herausgeholt.

„I've had the same jeans on for four days now, I'm gonna go to a disco in the middle of the town, Everybody's dressing up, I'm dressing down.“ Da werden die guten Sitten einfach umgekehrt und der nötige Spaß daraus gezogen. Danach hieß es Zuckerbrot und Spiele. Was unter dem zweitausend Jahre alten römischen Vorsatz verkauft wird, lässt sich immer durchsetzen. Kyle Falconer und Co. verlassen sich darauf seit ihrer Gründung. Die stilisieren durch ihre Musik alles Erdenkliche zum Abbild guter Laune. Falconer war gerade einmal dreizehn Jahre alt, als er mit „I Love You“ das unverhohlenste Liebeslied bis Dagoberts „Ich bin zu jung“ (Unplugged) geschrieben hat. Dem mittlerweile doppelt so alten Sänger sollen daher keine bösen Absichten unterstellt werden, denn man ist ja schließlich auch „cheeky for a reason“.

Auf dem neuen Album, auf Cooking Vinyl veröffentlicht und von Albert Hammond Jr produziert (schlechte Voraussetzungen für eine Indie-Rockband sehen anders aus), kommt Kyle zu einer erstaunlichen Einsicht: „The stuff you call your saviour is really killing you.“ Da hätte er auch einfach seinen Kollegen Pete Doherty fragen können...oder jeden anderen. Dass Veröffentlichungstermin des Albums nach hinten geschoben werden musste, rührte nämlich genau daher: Falconer wurde kurzerhand in eine Entzugsklinik eingewiesen. „Psychotic“ ist dann aber so ziemlich das einzige Lied, in welchem der Sänger seiner Sucht explizit anspricht.

„Ropewalk“ ist vom im Prinzip genau so angelegt wie die bisherigen Alben der Schotten. Zehn kleine Popsongs, die alle nach dem großen Riff greifen, aber nie mehr dort angelangen, wo mit „Wasted Little DJs“ losgelegt wurde. Ein zweites „Wasted Little DJs“ schreiben sie nicht mehr. Dabei würde es der Band ungemein helfen, aus ihrer Ecke der Vergessenheit endlich mal wieder herauszukommen. Der Großteil der Lieder hat durchaus seinen Charme, scheut sich nicht, zwischen den verschiedensten Stilen zu wechseln: Glam-Rock, Funk-Rock, Wasauchimmer-Rock. Auch Falconers Stimme trifft noch immer den richtigen Nerv, macht ab und an noch richtig Eindruck wie in „House Of Queue’s“. Aber gegen das Vergessen fehlt ein Lied, welches über den Albumkontext hinaus Anklang findet und so eins gibt’s hier einfach nicht.

Anspieltipps:

  • Psychotic
  • House Of Queue’s
  • Voodoo Doll

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