Michael Patrick Kelly - Human - Cover
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Michael Patrick Kelly Human


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus dem Teenager ist ein Mann geworden. Also Schluss mit „Sometimes I wish I were an angel, sometimes I wish I were you“.

Das Phänomen der Kelly Family, die seit Mitte der 70er Jahre als singende Großfamilie auftritt und besonders in den 90er Jahren kommerzielle Erfolge feierte, muss eigentlich nicht mehr groß seziert werden. Fakt ist, dass eine künstlerische Gemeinschaft selten so sehr polarisierte, wie die Kelly Family, die vermutlich nur deshalb nicht an dem gnadenlos Hype zwischen 1994 und 1999 kaputtging, weil es sich um Familienmitglieder handelt und nicht um eine zusammengewürfelte Band. Nichtsdestotrotz ist es um die Kelly Family und ihre Mitglieder in den letzten Jahren relativ ruhig geworden und nur vereinzelt hört man mal wieder etwas von Angelo, Maite oder Jimmy.

Paddy alias Michael Patrick Kelly war schon als Teenager ein zentraler Punkt der Kelly Family, wenn es um das Schreiben der Songs ging. Doch auch ihm wurde der Trubel irgendwann zu viel und er zog sich aus dem Musikgeschäft zurück. Er lebte sechs Jahre in einem Kloster und fand einen ganz neuen Bezug zum Leben. Aber irgendwann kehrte das Verlangen zurück, wieder Musik zu schreiben und zu veröffentlichen. Nach ersten Gehversuchen in den vergangenen zwei Jahren, hat er nun wieder einen Plattenvertrag und zwar mit dem Major Columbia Records (Bob Dylan, Bruce Springsteen, Leonard Cohen, AC/DC, Snoop Dogg). Nicht schlecht für einen Aussteiger, der sich mehr oder weniger überraschend zurückmeldet.

Auf „Human“, seinem Comeback als Musiker, reicht Michael Patrick Kelly elf Songs in bester Folk- und Songwriter-Pop-Manier an, die eine Art Zeitlosigkeit versprühen. Das kennt der Hörer auch von den Songs, die er für die Kelly Family geschrieben hat, nur würde das, auch heute noch, kaum jemand zugeben. Eine gewisse Route ist jedenfalls zu spüren, wenn Michael Patrick Kelly seine Geschichten in klassisch instrumentierten Songs wie „Here to stay“, „Shake away“ oder auch „Flag“ erzählt. Okay, als Sensation muss dies freilich nicht verkauft werden, aber mit seiner erwachsen wirkenden Form des Songwriter-Pop ist Michael Patrick Kelly ein grundsolides Album gelungen, an das der Hörer vorurteilsfrei herangehen sollte.

Anspieltipps:

  • Flag
  • Happiness
  • Shake away
  • Here to stay
  • Rose of Jericho (The waltz)
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