William Elliott Whitmore - Radium Death - Cover
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William Elliott Whitmore Radium Death


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eingestöpselt: William Elliott Whitmore entdeckt die Stromgitarre.

Immer häufiger ist zu lesen, dass die Plattensammlung der Eltern die erste Inspiration für einen Interpreten war, selbst Musiker zu werden. So auch im Falle William Elliott Whitmore, der beim Stöbern in den Vinylregalen Hank Williams, Ray Charles, George Jones u.a. entdecken durfte. Sein Vater schenkte William Elliott die erste Gitarre. Als Sänger begann er zunächst, Dean Martin und Frank Sinatra zu imitieren, ein Unterfangen, das ihn nicht gänzlich zufriedenstellte. Er begann mit dem Rauchen, um eine rauere Stimme zu bekommen, sein Vorhaben war in diesem Fall von Erfolg gekrönt.

Whitmore hat seit 2003 mehrere Alben veröffentlicht, zuletzt das karg instrumentierte, akustische „Field Songs“, das zu seinen bisher besten Platten zählt. Whitmores bisheriger Output lebte vor allem von den spärlichen Arrangements und seiner rauen, von Wetter und Nikotin gegerbten Stimme. Nun hat der Amerikaner die Stromgitarre eingestöpselt und setzt mit dem Opener „Healing To Do“ eine erste elektrifizierte Duftmarke mit scheppernden Drums, einer punkig gespielten Roots-Rock-Gitarre und seiner Stimme, die an rostige Nägel denken lässt.

Gleich danach fährt er drei Gänge runter, um die „Civilizations“ zu umschreiben, wobei er mit Gesang und Banjo auskommt. Weiter geht’s mit dem Folk-Rock „Trouble In Your Heart“, der wiederum vom E-Gitarren infizierten „A Thousand Deaths“ abgelöst wird und nach Billy Bragg trifft Tom Waits klingt. Dasselbe Prinzip (nur E-Gitarre und Gesang) wird bei „Go On Home“ angewendet.

Mit den bislang geschilderten Mitteln setzt Whitmore „Radium Death“ fort, wobei er auch mal einen Schlenker gen Country mit Pedal Steel macht, das stimmungsvolle „Can’t Go Back“ legt hiervon Zeugnis ab. Oder er bedient sich Johnny Cashs Boom Chicka Boom, wie es bei „South Lee County Brew“ der Fall ist. Ansonsten pendelt der Singer/Songwriter geschickt zwischen Folk, Blues und Rock oder bringt die Stile innerhalb eines Songs auf einen Nenner.

So rockig wie hier hat man Whitmore bisher nicht gehört und gut, dass er sich damit ein wenig von den bärtigen Folk-Troubadouren absetzt. Es ist zwar kein ungewöhnliches Album, überzeugt aber durch Abwechslung und gut umgesetztes Songwriting.

Anspieltipps:

  • Healing To Do
  • A Thousand Deaths
  • Can’t Go Back
  • South Lee County Brew

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