Hardcore Superstar - HCSS - Cover
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Hardcore Superstar HCSS


  • Label: Gain Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein paar starke Riffs, ein wenig großartiges Songwriting: Zum großen Wurf fehlt die Konstanz.

Slipknot, Queens Of The Stone Age, Soundgarden. Die Liste der Künstler, mit denen Joe Barresi in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat, liest sich wie das Who’s Who der Stoner- und Grunge-Rock-Szene. Warum das an dieser Stelle wichtig ist? Weil eben jener Barresi auch beim neuen Album von Hardcore Superstar an den Reglern saß und das Album im Vorfeld mit seiner eigenen Prominenz schon mal zum interessanten Erlebnis werden lässt.

Wahrscheinlich ist es „Fly“, das epische Zentrum des Albums, das am ehesten an frühere Kollaborationen erinnert. Knapp acht Minuten nehmen sich Sänger Jocke Borg und seine südschwedischen Kollegen Zeit, um ein monumentales Rock-Epos zu entfalten, das in bester Tradition von Josh Hommes Sternstunden zu sehen ist. Daumen hoch an dieser Stelle. Auch das folgende „Ocean“ zählt zu den Highlights von „HCSS“. Ruhiges Intro, kraftvolle Strophe und sanft explodierender Refrain: Zum zweiten Mal auf ihrer neuen LP machen die Schweden alles richtig. Weiterhin spannend: „Don’t Mean Shit“, das als Opener die Richtung vorgibt und mit knackigen Riffs direkt in die Gehörgänge drängt.

Die Band selbst bezeichnet „HCSS“ als Rückführungswerk und orientierte sich beim Songwriting an alten Demo-Aufnahmen aus dem Jahr 1994. „We all got very surprised about the great vibe and how good we sounded that early. The Tracks were literally drenched in sweat, excitement and inspiration. So when it was time for us to start working on songs for our new album we returned to those demos and relearned those old riffs and by that got inspired for all the new stuff that we came up with.“ So romantisch die Grundidee zur neuen Platte ist, so enttäuschend fällt dann trotz der erwähnten Highlights das Resultat aus. Solide Rocksongs mit metallischem aber nie wirklich hartem Einschlag ersticken die starken Momente in einem Einheitsbrei aus substituierbarem Gelegenheitsrock. Nicht, dass „HCSS“ ein schlechtes Album geworden wäre, alleine die vergangenen Outputs der Schweden und die Prominenz am Reglerpult hätten weit Größeres erwarten lassen.

So steht am Ende ein ordentliches Rockalbum, das die Melodic Metal-Wurzeln der Band zwar touchiert, aber zu keinem Zeitpunkt das Heimatgenre von Hardcore Superstar zu neuen Höhen führt. Die besten Songs der Platte erinnern vielmehr an die jüngeren Werke von Hommes Queens Of The Stone Age und dürften somit Musikfreunde begeistern, die in der Anfangszeit von Borgs Band sicher nicht zu deren Fans zählten. Insgesamt gilt aber: zu viele Filler, zu wenige Killer.

Anspieltipps:

  • Don’t Mean Shit
  • Fly
  • The Ocean

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