Helloween - My God-Given Right - Cover
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Helloween My God-Given Right


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 69 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album wie Omas berühmter Kürbiskuchen: Schmeckt gut, bietet aber kaum Überraschungen.

Warum, Helloween? Warum nur? Warum immer diese pottenhässlichen Cover-Artworks? Da ist man schon die absolute Legende des deutschen, nein internationalen Power Metals und gönnt sich dennoch so gut wie nie ein Titelbild, das nicht scheiße aussieht. „My God-Given Right“ bildet da keine Ausnahme: Kürbiskopf-Stormtrooper, eine verschneite Freiheitsstatur und auf ihr ein noch dämlicherer Kürbiskopf. Und alles wurde flugs mit einer Rendering Software aus dem Jahre 1995 gebaut. Vielleicht gab es die für ein oder zwei Euro in 'nem Kassenbereich-Wühltisch im Elektronik-Discounter. Okay, im Endeffekt zählt ja (glücklicherweise) ausschließlich die Musik. Deshalb haken wir mal die Cover-Eskapaden der Hamburger ab und wenden uns einem kleinen Abriss der jüngsten Helloween-Historie zu: In der ist kaum was passiert. Punkt. Dafür aber ist das Jahr 2015 ein Jubiläumsjahr und lässt die damals noch vom netten Onkel Kai (Gamma Ray) gegründete Kapelle stramme 31 und das Debüt „Walls Of Jericho“ 30 Jahre werden. Frontmann Andi Deris nutzt die Gunst der Stunde einfach mal, um ein „Back to the roots“ anzukündigen.

Gut, gut - gerade das machen Helloween jetzt auch nicht zum ersten Mal. Und mit „Keeper Of The Seven Keys: The Legacy“ (2005) und ganz besonders mit dem bärenstarken „Gambling With The Devil“ (2007) hat das auch prima funktioniert. Eine solche Vorgehensweise trifft auf Anklang bei den Fans, welche im Falle Helloweens schon krasse Gewohnheitstiere sind, egal ob nun bei „Chameleon“ (1993), „Pink Bubbles Go Ape“ (1991) oder selbst bei „Unarmed“ (2010). Auch wenn Helloween extra betonen, dass sie ihr eigenes Ding durchziehen wollen, ist „My God-Given Right“ im Großen und Ganzen eine Standardkür und sichere Angelegenheit, welche kaum einen Fan verschrecken, wohl aber auch keinen neuen hinzugewinnen wird. Da gibt es selbstverständlich die Hymnen wie „Battle's Won“ mit angenehmer Teutonen-Power-Kinderliedmelodie im Refrain, „The Swing Of Fallen World“ oder „If God Loves Rock'n'Roll“. Power-Smasher, welche Helloween seit einigen Jahren immer gekonnter hart und melodisch präsentieren, gibt es mit dem Titeltrack, „Claws“, „Stay Crazy“ und „Russian Roulé“.

Fans haben ihre Freude und dürfen selbst entscheiden, ob und wann Helloween besser oder weniger gut waren. Die einen sagen Standardnummer, die anderen hüpfen euphorisiert durch die Bude. Zwischendurch versteckt sich immer wieder ein kleines Juwel. „Lost In America“ beispielsweise ist ein Power-Metal-Hymne allererster Güte und macht als Erlebnisbericht (schafft es die Band noch zum Auftritt?) Spaß. „Creatures In Heaven” sowie „You, Still Of War” sind herrlich opulente Kompositionen, welche Härte, Melodie, Bombast und auch eine Prise Prog miteinander verbinden. Alles tutti, alles wunderbar!

Und selbst wenn die Zeit der großen Klassiker für immer vorbei sein dürfte, kennen Andi, Weiki, Markus, Sascha und Dani ihr Handwerk. Ihr „My God-Given Right“ ist da ein Album, welches keine Gefangenen macht und die legendäre Anfangszeit der Band mit ihrer späten verbinden kann. Alle Stärken und Schwächen sind zugegen, in den üppigen 69 Minuten Spielzeit, gibt es einige Filler, einige Killer und ansonsten nichts, was großartig weh tun sollte. Damit wird „My God-Given Right“ kein zukünftiges Lieblings- oder Referenzalbum, aber eins mit dem sowohl Band als auch Fans durchaus zufrieden sein dürften.

Anspieltipps:

  • Battle's Won
  • Lost In America
  • Creatures In Heaven
  • You, Still Of War

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