Ryley Walker - Primrose Green - Cover
Große Ansicht

Ryley Walker Primrose Green


  • Label: Dead Oceans/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Folk meets Jazz: Ryley Walker lässt einen Stil aufleben, der seit den 70er-Jahren leider nur noch ein Schattendasein fristete.

Das ging ja flott. Im April 2014 erschien das Debüt-Album „All Kinds Of You“ des versierten Gitarristen, Komponisten und Sängers Ryley Walker aus Chicago. Der 1989 geborene Künstler überraschte alle Anhänger von anspruchsvollem Singer/Songwriter-Liedgut, das sich zwischen den Stilen Folk, Jazz und Blues bewegt, mit einem erstaunlich ausgereiften Werk. Als Eckpunkte und Einflüsse ließen sich hochkarätige Vorbilder wie Tim Buckley, Bert Jansch & Pentangle und John Martyn lokalisieren. Da liegt die Messlatte hoch, aber Ryley Walker verstand es, sowohl stimmlich wie auch kompositorisch und hinsichtlich der instrumentalen Umsetzung zu überzeugen.

Und nun schiebt er ein Jahr später schon das nächste Album nach, das er mit jungen Jazz- und Post-Rock-Musikern eingespielt hat. „Primrose Green“ besteht wieder aus betörenden, psychedelischen Folk-Jazz-Titeln, die mit und ohne Gesang vorgetragen werden. Es ist fast unheimlich, wie nahe er diesmal Tim Buckley kommt. Er streift mit dem Song „Primrose Green“ dessen „Goodbye And Hello“-Album von 1967 und bringt angelehnt an die „Happy Sad“-Phase (1969) ein prägendes Vibraphon im Klangbild unter („Summer Dress“).

Selbst die halluzinogenen Momente von „Lorca“ (1970) finden sich wieder. Bei „Same Minds“ und „All Kinds Of You“ spielt der jazzig-experimentelle John Martyn als Einfluss eine große Rolle und im Stück „Sweet Satisfaction“ münden die gemeinsamen Buckley und Martyn-Inspirationen in ein berauschendes Feedback-Gitarren-Gewitter. „The High Road“ würde ins Repertoire der Folk-Jazz-Formation Pentangle passen, könnte aber auch ein verlorener Track von Nick Drake sein.

Ryley Walker reflektiert sehr intensiv den Sound seiner Idole. Er scheut sich nicht vor komplexen Strukturen, bleibt aber letztlich weitgehend songorientiert und kann auch mit seinem zweiten Album für magische Gänsehautmomente sorgen.

Anspieltipps:

  • Primrose Green
  • Same Minds
  • Sweet Satisfaction
  • The High Road
  • All Kinds Of You

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8/10

The Days Of Never Coming Back And Never Getting Nowhere
  • 2017    
6.5/10

Trouble No More: Bootleg Series Vol. 13 (1979-1981)
  • 2017    
Diskutiere über „Ryley Walker“
comments powered by Disqus