Slash - Live At The Roxy 25.9.14 - Cover
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Slash Live At The Roxy 25.9.14


  • Label: Armoury Records/EDEL
  • Laufzeit: 111 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Live-Album von Gitarrenlegende Slash lässt erkennen, dass er nicht in der Vergangenheit lebt.

Das zweite Live-Album von Slash zusammen mit seinen Mitstreitern Myles Kennedy & The Conspirators bietet eine bestens eingespielte Band und im Gegensatz zu dem 2011 erschienenen „Made In Stoke“ eine deutlich veränderte Setlist. Zwar finden sich immer noch Songs aus allen seinen früheren Karriereabschnitten, mit der Ausnahme von Slash’s Snakepit, jedoch sind diese deutlich reduziert. Aus seiner Zeit bei Guns n‘ Roses finden sich lediglich fünf Stücke, die allesamt vom Debütalbum „Appetite For Destruction“ stammen, dazu „Slither“ von Velvet Revolver. Der Rest stammt aus seinen letzten drei Soloalben und es wird klar: Slash lebt nicht mehr in der Vergangenheit.

Trotzdem sind es die Stücke der Gunners, wie „Nightrain“ und „Sweet Child O’Mine“, bei denen Myles Kennedy seine beste Axl Rose-Imitation hervorbringt, oder „You Could Be Mine“, welche die Höhepunkte darstellen. Obwohl auch die Songs „Stone Blind“ und „Bent To Fly“ vom letzten Output „World On Fire“ oder „You’re A Lie“ und „Halo“ von „Apocalyptic Love“ durchaus ihre Klasse haben, ist es natürlich schwer, gegen solche Klassiker anzutreten.

Der Meister selbst, der sich vor der Zugabe „Paradise City“ erstmals zu Wort meldet, macht das, was er am liebsten tut, nämlich Gitarre spielen. Der Spaß ist ihm dabei deutlich anzuhören. Sein Stil ist unverkennbar und hat Generationen von Gitarristen beeinflusst. Bluesige Licks wechseln sich ab mit schnellem Legato-Spiel, harte Riffs mit grooviger Rhythmusarbeit. Die Band um ihn herum ist ebenfalls bestens eingespielt.

Einziger Wermutstropfen bleibt Sänger Myles Kennedy, der, trotz all seiner Klasse, schon nach drei Songs beginnt, etwas eintönig zu werden. Insgesamt macht er seine Sache solide, jedoch ist seine hohe, glasklare Stimme mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Im Gegensatz zu Sängern, die früher mit Slash arbeiteten, fehlt ihm das kratzige, raue in seiner Stimme. So scheint es eine gute Idee zu sein, Bassist Todd Kerns zwei Stücke singen zu lassen, der „Doctor Alibi“, im Original von Motörhead-Chef Lemmy ‚gesungen‘, und „You’re Crazy“ zum Besten gibt. Während ersterer Song noch durchaus passabel ist, erweist sich Kerns im zweiten wie eine schlechte Kennedy-Kopie.

„Live At The Roxy 25.9.14“ ist mitnichten ein schlechtes Live-Album, dafür ist die Band zu gut eingespielt. Jedoch bleibt ein Wermutstropfen. Myles Kennedy blüht vor allem bei den Gunners-Songs auf, bei den von ihm mitkomponierten Songs ist jedoch seine Eintönigkeit in Bezug auf die Melodieführung der Gesangslinien zu bemerken. Bleibt zu hoffen, dass sich Slash und Axl irgendwann doch noch zu einer Reunion bewegen können.

Anspieltipps:

  • Nightrain
  • Halo
  • Bent To Fly
  • Sweet Child O’Mine

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