Mike Oldfield - The Best Of: 1992-2003 - Cover
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Mike Oldfield The Best Of: 1992-2003


  • Label: Parlophone/WEA
  • Laufzeit: 140 Minuten
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Und ewig grüßt die Röhrenglocke.

Mitte Oktober des vergangenen Jahres erschien ein preisgünstiges Box-Set mit acht CDs, das Mike Oldfields durchwachsene Schaffensphase von 1992 bis 2003 abdeckt. In dieser Zeit war Mike Oldfield, nachdem sein Vertrag mit Virgin Records erfüllt war, beim Major Warner Bros. unter Vertrag. Deshalb auch der auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheinende Zeitrahmen, der quasi das zweite Drittel in der Karriere des britischen Art-Poppers ausmacht.

Die Zusammenstellung beginnt mit dem „Tubular Bells II”-Album (08/1992) und führt über „The Songs Of Distant Earth“ (11/1994), „Voyager“ (08/1996), „Tubular Bells III“ (09/1998), „Guitars“ (05/1999), „The Millennium Bell“ (11/1999) und „Tr3s Lunas” (06/2002), bis hin zu „Tubular Bells 2003” (05/2003). Mit diesem Werk schloss sich der künstlerische Kreis sehr passend (es war mal wieder „Tubular Bells“-Zeit…) und Mike Oldfields Epoche bei Warner Bros. war beendet. Er wechselte danach zum nächsten Major Universal Music.

Allein an diesem mehr oder weniger kurzen Ausriss aus der Diskographie des Briten sowie dem einfallslosen Cover-Artwork, ist zu erkennen: Ohne seine „Röhrenglocken“ geht es bei Herrn Oldfield scheinbar nicht. Damit mag man dem 62-Jährigen vielleicht Unrecht tun, aber schließlich sind er und seine Plattenlabels nicht ganz unschuldig an diesem Eindruck. Aber sei’s drum! Wer sich also nicht hat hinreißen lassen, die „The Studio Albums 1992-2003“-Box zu kaufen, kann nun mit „The Best Of: 1992-2003“ die Essenz aus den acht Studioalben abgreifen und einen verkürzten Querfeldeinritt durch die Warner-Phase des Engländers machen.

Mit immerhin 31 Tracks auf zwei CDs sowie ein paar Hintergrundinformationen zu den einzelnen Alben und deren Songs im Booklet, erfüllt diese Veröffentlichung durchaus ihren Zweck, zumal darauf nicht stur die Original-Album-Tracks verbraten werden. Insbesondere auf dem zweiten Silberling werden vorrangig alternative Mix-Versionen und Edits angeboten, die sich zum Teil deutlich von den Urversionen unterscheiden. Auf diese Weise wird der Hörer durch eine nicht immer stimmige, aber interessante Reise durch Oldfields 90er- und frühe Nullerjahre geschickt und trifft dabei auf Ambient („Let there be light“), Light-Techno mit Folk-Einschlag („Women of Ireland”), Radio-Pop mit Hang zum Selbstplagiat („Man in the rain”), Dance-Tracks („Far above the clouds”) sowie Mönchsgesänge („Hibernaculum“). Alles frei nach dem Motto: Kann man haben, muss man aber nicht zwingend haben.

Anspieltipps:

  • Sentinel
  • The bell
  • Amber light
  • Thou art in heaven
  • The sailor’s hornpipe
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