Celo & Abdi - Bonchance - Cover
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Celo & Abdi Bonchance


  • Label: Azzlackz/Groove Attack
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Nachricht an alle Blendgranaten: „Was bringt dir Technik, wenn’s dann nach Dreck klingt?“

Celo (33, alias Erol Huseinćehajić) und Abdi (27, alias Abderrahim el Ommali), Söhne bosnischer und marokkanischer Einwanderer und Rapper von den Straßen Frankfurts, haben sich vor fünf Jahren mit ihren ersten Freetracks in das Blickfeld des deutschen HipHop- und Rap-Games katapultiert. Seitdem ist das Duo in der Gunst der Szene ständig gewachsen und hat mit den beiden offiziellen, auf dem Azzlackz-Label von Rapper Haftbefehl erschienenen Longplayern „Hinterhofjargon“ (05/2012) und „Akupunktur“ (06/2014) jeweils die Top 10 der deutschen Charts geknackt. Damit zählen Celo & Abdi zum erfolgreichen Teil einer neuen, jungen Rap-Generation, die das Genre mit ihrem Style aufgewirbelt hat.

„Bonchance“ ist nun das dritte Werk des Duos, das mit einem kriminellen Hintergrund kokettiert und damit natürlich von gewissen Seiten unter Beobachtung steht. Denn wo fängt Kunst an und wo hört Milieu auf? Die Grenzen bei Celo & Abdi sind jedenfalls fließend. Nennen wir es einfach mal authentisch und widmen uns der m3-Produktion, auf der mit Haftbefehl, Xatar, Olexesh, Hanybal und Veysel ein paar sehr interessante Features vorhanden sind, unter denen quasi nur noch Schwesta Ewa fehlt, um den Frankfurter Kreisel komplett zu machen.

Auch wenn Celo & Abdi nicht dieselbe inhaltliche Tiefe wie besagte Schwesta erreichen, cruisen die beiden Jungs aus Frankfurt City im geklauten, äh, gemieteten Old-School-7er-BMW dennoch auf einem satten Teppich aus bösen Punchlines, gekonnten Flows und coolen Slang-Ausdrücken durch ihre Stadt. Aufbauend auf der dichten Produktion und den düsteren Beats von m3, die zwar nicht das High-End-Niveau eines Fler oder Bushido erlangen, liefern Celo & Abdi eine solide Vorstellung ab, die thematisch etwas limitiert ist, aber Möchtegern-Gangstas genügend Ansatzpunkte für den eigenen Hustle liefern sollte.

Auf diese Weise erzielen die zwei Hessen Sympathiepunkte. Denn was nützten die fetteste Produktion und die geilste Technik, wenn am Ende nur im Windkanal designte Grütze ohne den kleinsten Funken Authentizität herauskommt? So aber machen charmant unerfekte Tracks wie „Nullfünfkriege“ und „Schlaghammer“ das Rennen, während Celo & Abdi unschuldig schauen: „Blutlache?! Ursache: Missgeschick“.

Anspieltipps:

  • Heckmeck
  • Karawane
  • Schlaghammer
  • Amo aller Amos
  • Letzter Atemzug
  • Ticker Chromosom
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