The Proclaimers - Let´s Hear It For The Dogs - Cover
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The Proclaimers Let´s Hear It For The Dogs


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Schatten des einen Songs verschwinden The Proclaimers im Mittelmaß.

Craig und Charlie Reid sind zwei der wohl unbekanntesten Superstars, die man sich hierzulande vorstellen kann. Den ganz großen Durchbruch hat ihre Band, The Proclaimers, im Deutschland nie wirklich zustande gebracht und dennoch: Den größten Hit der Briten kennt hierzulande jedes nicht ganz rockfremde Kind. „But I Would Walk 500 Miles/ And I Would Walk 500 more/ Just To Be The Man Who Walks A Thousand Miles/ To Fall Down At Your Door...“. Und so weiter und so weiter, hebt die Gläser. Respekt für jeden, der jetzt noch einen zweiten Song der Schotten nennen und anstimmen kann. Na? Irgendwer?

Tatsächlich musizieren die Zwillinge schon seit mehr als 30 Jahren zusammen, in diesem Jahr erscheint bereits ihr zehntes Studioalbum. Und um eines gleich im Voraus zu klären: Nein, ein zweites „I’m Gonna Be (500 Miles)“ findet sich wenig überraschend auch auf der neuesten LP nicht. Es ist vermutlich dieser eine Song, der der Band eine seriöse und unvoreingenommene Betrachtung auf Albumlänge zumindest in Deutschland bei den meisten Hörern zunichtemacht. Versuchen wir es trotzdem.

Nach dem ersten Durchgang fällt tatsächlich erst einmal ein negatives Highlight auf den Nerv: „In My Home“ trällert sich schlageresk durch seine holprigen dreieinhalb Minuten und lässt die Power und Wucht des Proclaimerschen Vorzeigesongs komplett vermissen. Große Songwriter waren die schottischen Brüder nie, fehlende Ideen mit Spielfreude und Partystimmung zu kaschieren zählte aber stets zu den Stärken der Herren Reid. Nichts davon findet sich auf „In My Home“ auch nur ansatzweise. Florian Silbereisen treibt es an dieser Stelle Tränen der Rührung in die Augen, wir sagen: Pfui.

Glücklicherweise bleibt es bei dieser singulären Vollkatastrophe. Der Rest der Platte klingt durchweg nach den besseren Proclaimers. Kurze knackige Poprocksongs ohne wirklichen Tiefgang in Inhalt und Songwriting. Auch wenn die Drum-Parts in der instrumentalen Pubertät stehen geblieben scheinen und auch von der Gitarrenseite nicht wirklich überbordende Glücksmomente zu erwarten sind: Für die Gute-Laune-Playlist zwischendurch taugt es allemal.

Fun Fact am Rande: David Enriga, der die neue Single von niemand geringerem als The Who produzierte, saß bei „Let’s hear it fort he Dogs“ an den Reglern. Das sei an dieser Stelle mal als wertungsfreie Randnotiz angemerkt, spannend wird dennoch, wie in diesem Zusammenhang der neue Sound von Townsends nächstem Werk klingen wird.

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