Adam Lambert - The Original High - Cover
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Adam Lambert The Original High


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Was nützt die beste Stimme, wenn die Songs nur durchschnittliches Tralala sind?

Die Karriere von Adam Lambert (33) hat bis heute einen sehr merkwürdigen Verlauf genommen. Dabei fing alles ganz harmlos an. Als Zweitplatzierter der achten Staffel von „American Idol“ im Jahr 2009 und mit dem daraufhin folgenden Majordebüt „For Your Entertainment“, wurde der bis dahin als Musical-Star beschäftigte Sänger auf der ganzen Welt bekannt. Dann stellte sich heraus, dass Adam Lambert bereits für eine Plattenfirma Songs eingesungen hatte, die die Aufnahmen daraufhin versilbern wollte. Ein ganz heikles Thema, über das in der Branche kaum gesprochen wird. Dagegen wehren konnte sich der Sänger scheinbar nicht. Aber das Kapitel ist inzwischen auch beendet. Also Schwamm drüber.

Mittlerweile hat sich Adam Lambert unter anderem als Live-Sänger von Queen einen Namen auch außerhalb von Pop-Kreisen gemacht und als kleiner Freddie Mercury auch mehrheitlich die Queen-Fans überzeugt. Dabei geriet Lamberts Solokarriere etwas ins Hintertreffen, denn mit „Trespassing“ (05/2012) liegt sein letztes Studioalbum schon gut drei Jahre zurück. Dabei sprechen fast fünfeinhalb Millionen verkaufte Tonträger eine eindeutige Sprache. Lambert ist ein Star am Pop-Himmel, auf den die Pop-Welt auch schon mal drei Jahre warten kann.

Mit „The Original High“, produziert von Max Martin und Shellaback (u.a. Katy Perry, Bon Jovi, Britney Spears, Sean Paul, P!nk, Maroon 5, Taylor Swift), meldet sich Adam Lambert nun zurück. Auf dem Longplayer wird es spannend zu erkunden sein, ob das Engagement als Queen-Sänger in irgendeiner Form auf seine neuen Songs abgefärbt haben könnte. Der Opener „Ghost town“, ein tanzbarer Electro-Pop-Song macht davon jedenfalls keinen Gebrauch. Und auch die Namen der Produzenten deuten nicht darauf hin, dass der Amerikaner einen stilistischen Wandel vollzogen hat.

Und so kommt es dann auch, selbst wenn Queen-Gitarrist Brian May im Song „Lucy“ zumindest einmal ganz kurz an der Gitarre zu hören ist, dass „The Original High“ eine Ansammlung moderner Electro-Popsongs darstellt, die unheimliche Mühe haben, sich ins Ohr, geschweige denn ist Gedächtnis vorzukämpfen. Da hilft auch die wandlungsfähige Stimme des 33-Jährigen nicht viel. Die Songs sind meistens platt, mit Effekten überladen und nur selten mit Hooks – in welcher Form auch immer – ausgestattet. Bezeichnend, dass mit „These boys“ ausgerechnet ein Bonus Track der Deluxe Edition den besten Eindruck inmitten einer wahllosen Aneinanderreihung von bewusst modernen Tracks hinterlässt, die zwischen R&B-Ballade („There I said it“) und technoiden Laser-Beats („The light“) kaum etwas offenlässt.

Anspieltipps:

  • The light
  • After hours
  • These boys
  • Underground
  • Evil in the night
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