Robin Gibb - Saved By The Bell: The Collected Works Of Robin Gibb 1968-1970 - Cover
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Robin Gibb Saved By The Bell: The Collected Works Of Robin Gibb 1968-1970


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 240 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Aufarbeitung von Robin Gibbs kreativer Frühphase.

Robin Gibb verstarb am 20. Mai 2012. Mit ihm verlor die Popwelt einen der kreativsten Musiker und jemanden, der weit über den Tellerrand der Popmusik hinaus dachte. Sein musikalischer Nachlass wird nun Stück für Stück der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Angefangen mit dem Longplayer „50 St. Catherine´s Drive“ (09/2014) im vergangenen Jahr, geht es nun eine weitere Raritätensammlung, die sich auf Gibbs frühe Songwriterphase im Alter von 19 bis 21 Jahren bezieht. 61 Tracks und zwei Interview-Ausschnitte verammeln sich so auf drei randvollen CDs, die eine ganz besondere Geschichte im Leben des Bee Gees erzählen.

Robins erstes Soloalbum „Robin’s Reign“, das im Februar des Jahres 1970 erschien und bis zum 1983er Werk „How Old Are You?“ auch sein einziges blieb, enthielt zwar den Singlehit „Saved by the bell“ (Platz zwei in den englischen Charts), war aber selbst kein besonderer kommerzieller Überflieger. Es entstand in einer Phase, in der die Bee Gees so richtig durchstarteten und bis Mitte der Siebziger jedes Jahr ein neues Album auf den Markt brachten. Dazwischen arbeitete Robin Gibb immer wieder an Solomaterial und nahm sein Debüt zwischen März und Oktober 1969 auf. Doch auch danach kam die Kreativität nicht zum Erliegen. Mit „Sing Slowly Sister“ hatte Robin Gibb bereits das Nachfolgwerk im Kopf. Er sammelte fleißig Ideen und nahm Skizzen und Demos auf, stellte das Werk aber nie offiziell fertig.

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45 Jahre schlummerten diese Aufnahmen im Tresor. Jetzt kommen sie endlich ans Licht der Öffentlichkeit. Und zwar von langer Hand geplant. Denn kein Geringerer als Robin Gibb selbst hatte dieses Projekt angeschoben, als er den Grammy ausgezeichneten Spezialisten für Wiederveröffentlichungen und Archivaufnahmen, Andrew Sandoval (u.a. Big Star, The Beach Boys, Elton John, Elvis Costello, The Band), kontaktierte, um „Sing Slowly Sister“ fertigzustellen. Mehr als zehn Jahre dauerte die Aufarbeitung des Materials, die auch nach dem Tod Robin Gibbs weiterging und die jetzt als faszinierende Chronologie eines Lebensabschnitts vorliegt.

Fans der Bee Gees und alle musikhistorisch interessierten Hörer dürfen sich mit „Saved By The Bell: The Collected Works Of Robin Gibb 1968-1970“ auf eine tolle Zeitreise freuen, die den blutjungen Robin Gibb als Songwriter zwischen Schlager und Pop in Studio- und Demo-Qualität einfängt und dabei ein paar echte Schätze hervorholt. Ganz wichtig ist dabei, dass es jetzt keine Notwendigkeit mehr gibt, überteuerte Bootlegs der bis jetzt verschollenen Aufnahmen zu kaufen. Und auch Gibbs Debüt „Robin’s Reigen“, das im Laufe der Jahre immer wieder mal lieblos auf den Markt geworfen wurde, ist klanglich nun auf der Höhe der Zeit und sowohl als Stereo- wie auch als Mono-Master vorhanden.

Fazit: So macht Geschichtsunterricht Spaß! Andrew Sandoval hat ganze Arbeit geleistet und einen kleinen Schatz der Musikgeschichte gehoben, der in erfreulicher Tonqualität vorliegt und noch einmal verdeutlicht, dass die Grenzen zwischen Klassik und Pop bei Robin Gibb fließend verliefen. Wer die Gibb-Brüder bis heute nur mit sirenenartigem Falsettgesang und „Saturday Night Fever“ in Verbindung bringt, sollte seine Öhrchen hier ganz besonders spitzen!

Anspieltipps:

  • Life
  • Janice
  • August october
  • Give me a smile
  • Saved by the bell
  • Return to Austria
  • Down came the sun
  • C’est la vie, au revoir
  • Anywhere I hang my hat
  • The worst girl in this town
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