Lifehouse - Out Of The Wasteland - Cover
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Lifehouse Out Of The Wasteland


  • Label: Ironworks Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Und jenseits des Ödlands erwartete die Hörer Radio-Pop.

Natürlich sind Lifehouse eine Rockband. Sie sind genauso eine Rockband wie Coldplay. Die Instrumente werden mit der typischen Zusammensetzung einer Rockband verbunden, doch die Art und Weise der Lieder auf „Out Of The Wasteland“ sind klar und deutlich der breiten Masse und nicht einer gewissen Subform der Rockmusik gewidmet. Bevor wir uns im Streit um die weiterführende Bedeutung von Pop-Musik verlieren, soll schlichtweg verdeutlicht werden, dass das Pop-Label nicht als Kritik genutzt wird.

Wenn Lifehouse kritisiert werden sollen, bieten sich ganz andere Angriffsflächen an. Denn es ist nicht einfach auf die Zuwendung zum Pop hin zu schieben, dass die Band musikalisch zu keinem Zeitpunkt überzeugt. Die Instrumente schaffen es zu keinem Zeitpunkt des Albums, eine eigene Dynamik zu entwickeln, sodass selbst bessere Melodien wie zum Auftakt in „Hurricane“ und „One For The Pain“ merkwürdig schnell untergehen. Die Musik klingt zahm und so, als wäre allein der dominant abgemischte Gesang von Bedeutung.

Und auch wenn Lifehouse durchaus ansprechende Texte und Melodien vorweisen können, überleben diese nun einmal nicht ohne die nötige Unterfütterung. Übertrieben gesprochen kann der Effekt mit der übertriebenen Nutzung von Synthesizern verglichen werden. Wenn Bläser und Streicher bei Soundtracks oder auch vielen Gothic-Bands deutlich synthetischer Natur sind, nimmt das vielen Ohren direkt den Spaß am Hören. Die Musik auf „Out Of The Wasteland“ ist handgemacht, doch so wenig eindrucksvoll, dass die Lieder allesamt unfertig und nackt klingen. Es wirkt an vielen Ecken einfach so, als sollten diese Lieder bei gleicher Melodie ganz anders klingen.

Wenn dann auch die Melodie nicht zündet, was während der zweiten Hälfte des Albums durchaus vorkommt, steht die Band auf völlig verlorenem Posten. Dann klingt sie so generisch wie auf dem fürchterlichen „Smoke & Mirrors“ und selbst der zu Beginn immerhin durchschnittliche Radio-Klang gerät in Gefahr. Lifehouse machen weiterhin Musik für ein sehr anspruchsloses Publikum und bedienen sich dafür an längst überholten Ansätzen, was allerdings nicht immer etwas Schlechtes sein muss. Im Fall von „Out Of The Wasteland“ klingt es zu Beginn sogar so, als würde die Band das Beste aus den eigenen Möglichkeiten machen, bevor zu viel Kitsch und Längen sie wieder im unteren Mittelfeld der Unterhaltung verorten lässt. Und wer Lieder wie „Stardust“ schreibt, der gehört auch immer mal wieder geohrfeigt.

Anspieltipps:

  • Hurricane
  • One For The Pain
  • Runaways

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