Bob Wayne - Hits The Hits - Cover
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Bob Wayne Hits The Hits


  • Label: People Like You Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Outlaw-Country nimmt sich Rock- und Pop-Hits zur Brust.

Bob Wayne veröffentlichte seine ersten Alben in Eigenregie, um sie via Homepage und Konzerten unters Volk zu bringen. Sein offizielles Debüt ist die im Jahr 2011 erschienene Platte „Outlaw Carnie“, die bereits im Titel auf den Stil des in Seattle lebenden Singer/Songwriters verweist. Und im Geiste eines Johnny Cash, Merle Haggard, Willie Nelson und Kris Kristofferson ist sein bisheriger Output zu verorten. Wobei die Cash-Stinkefinger-Attitüde und die Pose des Coverartworks seines aktuellen „Hits The Hits“ - mit in die Höhe schnellender Faust - Bob Wayne als Mensch und Musiker ganz gut verkörpern.

Dass der Amerikaner bei der Auswahl des Fremdmaterials über den Country- und Americana-Teller hinaussieht, zeigt sein neuer Langspieler auf. Bob Wayne hat sich dem Titel entsprechend lauter Gassenhauer zur Outlaw Country-Brust genommen und greift dabei auf Classic Rock der Rolling Stones, Beatles, Led Zeppelin, Ozzy Osbourne, Red Hot Chilli Peppers und Guns N‘ Roses zurück. Selbst Interpreten wie Rihanna, Gnarls Barkley, Adele und einige andere erfahren durch Wayne die Outlaw-Metamorphose.

Das heißt, dass auf einem schwungvollen Rhythmus-Gerüst allerlei Saiten (Banjo, Dobro, Fiedel und Gitarren) das Fremdmaterial ausschmücken. Dabei verpasste er dem Soul-Pop „Skyfall“ von Adele und „Crazy“ von Gnarls Barkley ein astreines Boom Chicka Boom Rockabilly-Gewand. Dass ausgerechnet diese beiden Titel so gut funktionieren ist bemerkenswert, denn sie scheinen dem Country-Genre am weitesten entfernt. Meghan Trainors „All About That Bass“ entführt er mit Mariachi Trompete an die mexikanische Grenze. Dagegen weint Ozzy Osbournes „Crazy Train“ pure und herzanrührende Outlaw-Country-Tränen.

Den Classic Rock von Led Zeppelin („Rock And Roll“), Guns N‘ Roses („Sweet Child O‘ Mine”) und den Rolling Stones („Sympathy For The Devil“) verwandelt er in annehmbare Bluegrass-Country-Pop-Songs. Bob Marleys „I Shot The Sheriff“ swingt hier auf ländlichem Parkettboden, wobei das Holz mit dem Backbeat des Reggae gezimmert wurde. Ein besonderes Schmankerl gibt „Under The Bridge“ (Red Hot Chilli Peppers) ab, das mit Streichern und Dobro eine ganz eigene Atmosphäre zaubert. Immer wieder hervorzuheben ist Bob Waynes raue, dennoch herzliche Stimme, die sehr ausgeruht und erfahren daherkommt.

Im Gesamten betrachtet liefert Bob Wayne ein solides Cover-Album mit einer zum Teil ungewöhnlichen Song-Auswahl ab, wobei er weitestgehend im Rahmen seines Genres bleibt und kaum Wagnisse eingeht. Muss und will er wahrscheinlich auch nicht, denn einer wie er ist mit amerikanischem Liedgut fest verwurzelt, das er auf seine Outlaw-Weise hegt und pflegt.

Anspieltipps:

  • Skyfall
  • Crazy
  • Under The Bridge
  • Crazy Train

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