Blek Le Roc - The Irony - Cover
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Blek Le Roc The Irony


  • Label: Digatone Rcords
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

In Oberbayern wird fast unbemerkt von Musikdeutschland sehr ordentlicher Indie-Rock geschrieben.

Blek Le Roc kommen aus München und sind hierzulande über den Status des Geheimtipps bisher nicht nennenswert hinausgekommen. Vielleicht ist gerade diese Tatsache wieder eine der seltsamen Blüten, die die Musikindustrie gegenwärtig so treibt, denn Fakt ist: Die Oberbayern schreiben grundsolide Indie-Songs, die sich auf ihrem zweiten Album „The Irony“ maximal radio- und bisweilen sogar stadiontauglich präsentieren.

Da ist der schmissige Opener „We Just Met“, in weiser Voraussicht bereits im Vorfeld als Single ausgekoppelt, der mit dem zeitgenössischen Chart-Unfug den bayerischen Boden bohnert und dennoch oberflächlich genug ist, um auch dem seichtesten Gelegenheitshörer als Ohrwurm zu taugen. Dass die Musikchefs der bundesweiten Radiosender eine derartige Perle kompromisslos ignorieren? Ironie.

In „Punk Floyd“ verbirgt sich hinter dem peinlichen Titel starker Indie-Rock, wie ihn hierzulande in der Vergangenheit vielleicht nur Slut oder Herrenmagazin schreiben konnten. „Try And Find A Way“, ebenfalls bereits vor Release als Single erhältlich, sorgt dann aber doch für den ersten Knick in der Playlist. Zu uninspiriert plätschern die Drums hinter einem durchaus interessanten Gitarrensound.

Den positiven Gesamteindruck verwässert das nur wenig. Ihr großes Potenzial deuten die Bayern in vielen Songs an, etwa im experimentellen „Landslide“. In gewisser Weise gelingt „The Irony“ tatsächlich ein Kunststück, an dem sich so viele etablierte Künstler auch nach zehn Jahren auf den großen Bühnen der Republik die Zähne ausbeißen: Eine stimmige Symbiose aus massentauglichem Indie-Pop und individuellen, gewagten Elementen. Bleibt zu wünschen, dass Qualität belohnt wird und die Band ihr Talent in naher Zukunft auch auf nennenswerteren Bühnen unter Beweis stellen darf. Alles andere wäre, das plumpe Ende sei erlaubt, pure Ironie.

Anspieltipps:

  • We Just Met
  • Punk Floyd
  • Landslide

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