Applescal - For - Cover
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Applescal For


  • Label: Atomnation/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein definitiv definierter Klang aus den Niederlanden, der aus seiner Ruhe und Natürlichkeit heraus für hypnotische Erlebnisse sorgt.

Bei elektronischer Musik ohne Texte lässt sich immer schnell vermuten, dass die Liedtitel die Begebenheiten und Orte beschreiben, die als Inspiration für den Klang der jeweiligen Stücke gesorgt haben. Ein schneller Blick auf Applescals neue Tracklist lässt demnach zumindest vermuten, dass der gute Mann sich vom Berliner Stadtteil „Moabit“ hat inspirieren lassen. Und wer weiß, vielleicht hat er dabei japanischen Bubble Tea geschlürft und war anschließend auf dem Weg zum berühmt berüchtigten Berliner Flughafen.

Aber auch ohne solche Spinnereien kann sich „For“ für Hörer interessant machen. Applescal präsentiert auf der Scheibe einen sehr entspannten und treibenden Sound, der besonders von gesamplten Stimmen profitiert. Oftmals klingen Tracks tatsächlich so, als würden sie atmen. Zusammen mit den hypnotischen Beats ergibt sich somit oftmals eine Stimme, die merkwürdig natürlich klingt. Obwohl eine Menge elektronischer Klänge das Bild mitprägt, wirken diese mehr wie der Strom, der auch durch den menschlichen Körper fließt. Sobald dieses Zusammenspiel wie in „For Lovers“ außen vor gelassen wird, verliert der Klang des Albums spürbar an Qualität.

Der Großteil des Albums hält sich jedoch an das Erfolgsrezept des Auftakts und findet in Tracks wie „Overseas“ und „Japanese Bubbles“ seine Höhepunkte. Selbst mit langsamerem Tempo in „Where Are You“ funktioniert dieser Ansatz tadellos. Letzte Zweifel ob des unglücklichen „For Lovers“ kann das Album spätestens mit dem Fakt beseitigen, dass „Moabit“ und „Airports“ ein gutes Niveau an den Tag legen können. Diese beiden Titel verlassen sich ebenfalls auf einen rein elektronischen Sound, der im Gegensatz zu „For Lovers“ den angenehmen Fluss des restlichen Materials aufnehmen kann.

In gewisser Weise ist die Musik auf „For“ sehr unscheinbar. Jedoch ist sie dies nur bei oberflächlichem Zuhören. Dahinter offenbaren sich ausgeklügelte Arrangements, die nicht so schnell langweilig werden. Hinzu kommt die Qualität, Hörer selbst mit einer eher minimalistischen Klangkulisse dermaßen in Bewegung zu halten. Der einzige Wermutstropfen bleibt, dass Applescal nur in einer Kombination sein volles Potenzial auszuschöpfen weiß. Von einer optimistischen Perspektive betrachtet ist das allerdings auch mehr als genug. Wenn ein Musiker seinen eigenen Stil prägen kann, ist das mehr als so manch anderer auf die Reihe bekommt.

Anspieltipps:

  • Like You Do
  • Overseas
  • Moabit

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