Bruce Brubaker - Glass Piano - Cover
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Bruce Brubaker Glass Piano


  • Label: Infine/Rough Trade
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Bruce Brubaker wiederholt sich mit einem von Philip Glass' konventionelleren Ansätzen.

Eines muss Bruce Brubaker gelassen werden. Wenn man sich als Hörer auch nur rudimentär mit Philip Glass auskennt, denkt man auch ohne die Eselsbrücke im Titel „Glass Piano“ an den Minimal-Meister. Brubaker nimmt sich mit Glass' Musik einer Herzensangelegenheit an. Zwar schreibt er sowieso gerne Musik für den klassisch gespielten Flügel um, doch von Glass' Tönen ist er bekennender Fan. Im Grunde hat er einen Großteil der auf „Glass Piano“ gespielten Musik bereits aufgenommen. Nach einer Unterhaltung mit dem Vorbild entbrannte jedoch der Wunsch in Brubaker, es noch besser machen zu können. Das ist schön für ihn und schmeichelt Glass garantiert, bringt den Hörern hingegen recht wenig, da bereits Glass die hier vorliegenden Stücke für den Flügel entworfen hat.

Für die ganz feinen Ohren ist „Glass Piano“ sicherlich ein Update. Brubaker reift als Musiker schließlich auch und hat klarere Vorstellungen davon, wie er Glass' Minimal am Flügel gerecht werden möchte. Doch um ganz ehrlich zu sein, wird es auch einige Hörer geben, die den vermeintlich weniger passenden Klang seiner früheren Aufnahmen bevorzugen werden. Die in Anführungszeichen gesetzte Leichtigkeit und Naivität der früheren Versuche ist auf „Glass Piano“ nämlich gänzlich ausradiert worden. Schon im ersten von zwei Brocken, „Mad Rush“, ist kein Platz für Interpretation oder übereifrige Euphorie.

Die wiederkehrende Gleichmütigkeit des Flügels ist dabei allerdings unerwartet gefühllos. Es kann nicht einmal davon gesprochen werden, dass der Klang eisig oder distanziert sei, da besonders „Mad Rush“ ein paar äußerst warme Momente produziert. Es ist wahrscheinlich auch eine Geschmacksfrage, doch Philip Glass' Musik für den Flügel gehört nicht zu seinen interessantesten Outputs. Noch dazu ist Brubakers Spiel nun nicht viel mehr als eine Kopie, die ihren Mehrwert nicht wirklich unter Beweis stellen kann. Das Material auf „Glass Piano“ selbst bleibt solide und gut geschriebene Musik, die im Kontext der Neuauflage allerdings nicht wirklich nötig erscheint.

Anspieltipps:

  • Mad Rush
  • Metamorphosis 1

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