Spandau Ballet - Soul Boys Of The Western World: The Story - Cover
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Spandau Ballet Soul Boys Of The Western World: The Story


  • Label: Eye See Movies
  • Laufzeit: 110 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Spandau Ballet haben den Pop-Star-Traum in allen Facetten gelebt, als wäre es von vornherein ein Film.

Der Aufstieg zur Zeit einer neuen Ära. Mode, Lifestyle und Bühnenshows werden immer wichtiger für die Karrieren aufstrebender Künstler. Und mittendrin sind Spandau Ballet. Knallbunt wie Superhelden und mit offenen Ohren für den neuen, synthetischeren Klang der 80er-Jahre, können sich Spandau Ballet irgendwann als Duran Durans schärfste Konkurrenz betrachten. Mit „True“ fing der Weltruhm an und „Gold“ und „Through The Barricades“ veredelten den Status. Das auf dem Weg dahin und was danach geschieht, hört sich jedoch oft wie ein monumentaler Film und nicht wie eine wahre Geschichte an.

Filmstar-Ambitionen, ein Hirntumor, ein niedergeschossenes Crewmitglied, die Auflösung mitsamt späterem Gerichtsstreit um Tantiemen und eine Rückkehr nach 20 Jahren sind allein schon genug für eine Dokumentation. Dass Spandau Ballet nebenbei noch acht Alben in den Top Ten hatten und unter anderem Teil von Live Aid waren, spielt bei dieser Historie eher ein Nebenrolle. Oh, und Sex und Drogen waren natürlich auch dabei. Der Film „Soul Boys Of The Western World - The Story“ fasst die unglaublich auf Hollywood getrimmte Rise & Fall-Geschichte der Band chronologisch zusammen. Kein Foreshadowing und keine großen Bewertungen scheinen das Bild zu trüben. Die Narrative findet ganz allein im Schnittstudio statt, was zumindest der Band entgegen kommt.

Spandau Ballet werden in diesem Film nämlich somit nur so gezeigt, wie sie sich selbst gezeigt haben. Und das tun sie mit eigens gesprochenen Kommentaren zu Szenen scheinbar recht ehrlich. Oftmals dürfen die Bilder der Vergangenheit sprechen und zeigen die von sich überzeugten und teils recht selbstverliebten jungen Männer. Dazu wird offen zu Problemen wie Alkohol- und Drogensucht gestanden, wobei das nach circa 30 Jahren sowieso die meisten wissen. Die Band macht sich ihre Geschichte zunutze, statt sich gegen sie zu stemmen, sodass auch die Reunion am Ende des Films stark nach Friede, Freude, Eierkuchen riechen darf.

Am Ende lässt sich eine weitere Band beobachten, die genau das bekommen hat, was sie wollte. Ruhm, Reichtum und Einfluss sind nur einige der erwartbaren Dinge, die sich Popstars wünschen. Und wie jede dieser Geschichten endet sie mit dem Fall aus enormer Höhe. Jedes der Bandmitglieder scheiterte an seinen eigenen Erwartungen und Ansprüchen und so darf man sich als Zuschauer fragen, ob Verzweiflung oder Dankbarkeit zur Wiedervereinigung geführt hat. Vielleicht ist es auch ein wenig von beidem.

Es ist auf jeden Fall interessant, die Chronik dieser Band nachvollziehen zu können. Die Kostüme und viele Behind-The -Scenes-Aufnahmen aus frühen Tagen sind zusammen mit Klängen der Band und Ideengebern sowie Konkurrenten schon selbst Hauptdarsteller in der Erzählung. Nur so entsteht ein Bild, das tatsächlich eine Ära widerspiegelt und nicht allein eine Band. Gerade dieser Ansatz lässt die Dokumentation erfreulich frisch wirken, da Spandau Ballet lediglich als ein, aber nicht als der Fixpunkt der 80er-Jahre präsentiert werden. Und selbst als ein solch zentrales Element der damaligen Zeit, lässt der Film genug Freiraum für eine eigene Meinung, die Zuschauer danach von der Band haben können. Das ist spannender als so manch andere Musik-Doku.

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Jellies
  • 2018    
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