Roger Waters - Amused To Death (Re-Release) - Cover
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Roger Waters Amused To Death (Re-Release)


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 73 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Roger Waters legt sein 1992er Album noch einmal neu als High Resolution Audio-Blu-ray vor.

Als Roger Waters (71) noch der kreative Kopf bei Pink Floyd war, stand er als geistiger Vater hinter Konzeptwerken wie „The Dark Side Of The Moon“ (03/1973), „Animals“ (01/1977), „The Wall“ (11/1979) und „The Final Cut“ (03/1983). Nach letztgenanntem Album trennte sich Roger Waters von Pink Floyd und sah die Gruppe eigentlich als aufgelöst an. Tatsächlich kam es – wie wir alle wissen – anders. Pink Floyd machten ohne Waters weiter und brachten im September 1987 „A Momentary Lapse of Reason“ auf den Markt“, während Roger Waters bereits mit „The Pros And Cons Of Hitch Hiking“ (04/1984) auf Solopfaden wandelte und später mit „Radio K.A.O.S.“ (06/1987) und „Amused To Death“ (09/1992) nachlegte.

„Amused To Death“ stellt ein typisches Waters-Konzeptwerk dar, das als umfassende Medien- und Gesellschaftskritik konzipiert ist. Als Basis diente das Buch „Amusing Ourselves To Death“ von Neil Postman. Die Songs sollten ursprünglich unter dem Titel „Radio K.A.O.S. 2“ auf den Markt kommen und werden landläufig als beste Waters-Arbeit nach „The Wall“ bezeichnet. Das Album ist noch progressiver als vorherige Werke und dabei eher ruhig ausgefallen. Es erinnert in seiner Machart an die großen, von Roger Waters erdachten Konzeptalben Pink Floyds und hat auch heute, 23 Jahre nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung, immer noch Gültigkeit, wenn es um die zentralen Aussagen in den Stücken geht.

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Zusammen mit seinem langjährigen Mitstreiter und Co-Produzenten James Guthrie (61), der u.a. bereits mit David Gilmour, Judas Priest, Queensryche, Kashmir und Toto im Studio war, hat sich Roger Waters das Konzeptwerk nun noch einmal vorgenommen. Das Artwork wurde überarbeitet, die Songs digital remastert und im 3D-QSound sowie Blu-ray-Audio-Surround-Sound neu abgemischt. In Anbetracht der mit hörspielartigen Passagen aufbereiteten Geschichte eine gute Idee. Denn dadurch wirken die Songs fast schon plastisch und der Hörer fühlt sich mittendrin im Geschehen.

Vor 23 Jahren ist das Album ein wenig untergegangen, weil es im Alternative-Rock- und Grunge-Hype vielleicht nicht so richtig in die Zeit passte. Dabei ist es inhaltlich aktueller denn je und auch musikalisch keineswegs nostalgischer Kitsch. Waters inszenierte „Amused To Death“ mit dem von Pink Floyd gewohnten Bombast und fuhr dabei im Studio eine wahre Starriege auf. So drückten die Gitarristen Jeff Beck und Steve Lukather (Toto) acht bzw. drei Songs ihren Stempel auf, Randy Jackson ist am Bass zu hören, Jeff Porcaro (Toto) spielte in einem Song Drums, Eagles-Gründer Don Henley ist in „It’s a miracle”, Rita Coolidge in „Amused to death” und Soulsängerin P.P. Arnold in „Perfect sense, part I & II” zu hören.

Im Stile einer großen Rock-Oper, die sich nicht hinter den Geniestreichen der Pink-Floyd-Ära verstecken muss, zelebriert Roger Waters zwischen Kunst und Kitsch, der freilich auch mal erlaubt sein darf, mal eingängig und dann wieder ausladend und opulent einen Songzyklus über Krieg, den Zustand der Menschheit und das Diktat der Medien. In dem neuen Sound-Mix wirkt das Ganze richtiggehend frisch und wie eine fast perfekt Entschädigung für die „The Endless River“-Katastrophe.

Anspieltipps:

  • It’s a miracle
  • Watching TV
  • Amused to death
  • Perfect sense, part II
  • The ballad of Bill Hubbard
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