Mika - No Place In Heaven - Cover
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Mika No Place In Heaven


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

So kann es weitergehen: Ein Klasse-Album des ehemaligen finnischen Formel-1-Fahrers.

Nachdem die ersten beiden Alben „Life In Cartoon Motion“ (02/2007) und „The Boy Who Knew Too Much“ (09/2009) des britischen Pop-Sängers Michael Holbrook Penniman alias Mika (31) noch europaweit die Top 10 der Charts stürmten, war mit dem deutlich elektronischer ausgefallenen „The Origin Of Love“ (10/2012) plötzlich die Luft raus. Das Werk verfehlte durch die Bank die wichtigsten Top 20 und warf keine Hitsingles mehr ab. Lediglich die Franzosen liebten das Album und kauften es bis auf Platz eins der Charts. Somit stehen bis dato weltweit 32 Gold- und Platin-Auszeichnungen sowie zehn Millionen verkaufte Einheiten der bisherigen drei Mika-Werke zu Buche.

Keine Frage, dass trotz den kleinen Flops mit „The Origin Of Love“ weiterhin hohe Erwartungen an eine neue Mika-Platte geknüpft werden. Und vielleicht ließ sich der 31-Jährige auch deshalb etwas mehr Zeit als gewohnt. Denn nach seiner bis jetzt längsten Pause zwischen zwei Alben meldet sich Mika zwei Jahre und neun Monate später mit seinem vierten Longplayer „No Place In Heaven“ zurück, für den er erneut mit dem Produzenten Greg Wells (Adele, Katy Perry, Mayer Hawthorne, OneRepublic, Pharrell Williams) zusammenarbeitete.

Ähnlich wie Robbie Williams mit „Rudebox“ (10/2006), benötigte Mika einen mehr oder weniger gescheiterten Electro- und Dance-Ausflug, nur um mit „No Place In Heaven“ wieder zu seinen Wurzeln zurückzukehren. Eine gute Entscheidung. Denn auch wenn den aktuellen Songs oft das Jugendliche und das Ungestüme des Debüts abgeht, obwohl Mika speziell bei schnelleren Stücken so richtig aus sich herauskommt, ist „No Place In Heaven“ ein Schritt in die richtige Richtung und eine Rückbesinnung auf alte Stärken, die als erwachsene Form gnadenlos melodieverliebter Popmusik fungiert.

Wo sich Mika früher bei der Pop- und Rockmusik der 70er Jahre seine Inspiration holte und sich nicht schämte, von den Bee Gees über Queen bis hin zu Gloria Gaynor alles zu zitieren, was irgendwie Spaß macht, ist er heuer eine Spur eigenständiger unterwegs. Doch den Schalk hat Mika immer noch im Nacken. Wie sonst konnte der Titelsong zu einer verlangsamten Version von Phil Collins‘ „You can’t hurry love“ geraten, während „Rio“ ein wenig bei „Faith“ von George Michael vorbeischaut. Doch wer, wenn nicht Mika, darf sich solch kleine Narreteien erlauben? (Vielleicht derjenige, der bei CDstarts die Intros schreibt…? Die Red.).

Und das waren noch nicht einmal die offensichtlichsten Déjà-vus. Denn zwischen kleinen Selbstzitaten („Hurts“) und ABBA-Anleihen („Talk about you“), Beach-Boys-Harmonien („All she wants“) und grandiosen Ohrwürmern mit augenzwinkernden Ausrutschern wie „Where have all the gay guys gone?“ (aus „Good guys“), ist ständig etwas los. Die Sonne scheint, die Melodien und Stimmungen verzaubern und dazwischen tobt sich Mika ausgelassen wie ein kleines Kind aus. Ab und an zwar etwas seicht („Staring at the sun“), aber nie unsympathisch oder unter dem Durchschnitt. Fazit: So kann der Sommer kommen!

Anspieltipps:

  • Good wife
  • Good guys
  • Last party
  • All she wants
  • Talk about you
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