Coyotes - Only To Call It Home - Cover
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Coyotes Only To Call It Home


  • Label: Swell Creek Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Metalcore und Indie-Rock in glaubhafter, geschmackvoller und stilsicherer Verbindung.

In brightest black / and darkest white / we seek ourselves / afraid to find / a starving man / out there / alone / who needs a light / only to call it / home. Vielleicht ist es Zufall, vielleicht gewollt, aber die Titelliste von „Only To Call It Home“ lässt sich tatsächlich in Versform lesen und ergibt auch Sinn. Irgendwie Sinn ergibt auch die musikalische Ausrichtung der Coyotes, die zwar nicht zwei Nachbar-Genres miteinander verbindet, aber in ihrer Machart überaus attraktiv ist. Doch dazu später mehr. Die Coyotes selbst sind vier Jungs aus Wuppertal, die aus der Band April Uprising hervorgegangen sind und schon mit diversen namhaften Acts die Bühne geteilt haben. Coyotes soll angeblich ihre nächste Evolutionsstufe sein und wer sich ihr „Only To Call It Home“ mal zu Gemüte führt, wird schnell wissen warum.

Die Coyotes arbeiten vorwiegend mit Kontrasten. Knüppelharte Passagen und melancholische, teilweise vom Piano getragene Nummern, wechseln sich immer wieder ab. Eigentlich ist das nichts Besonderes, da mittlerweile jede zweite Band mit einem akustischen Intro oder dergleichen beginnt, um die Konventionen ihres Genres zu sprengen. Wenn es die Coyotes dann aber organisch machen und zur Abwechslung mal wirklich zwei Welten miteinander verbinden, wird es interessant. Dann bekommt der Metalcore einen doppelten Boden. Wenn ein „And Darkest White“ oder ein „A Starving Man“ gegen Ende mittels Backgroundchor zur Indie-Hymne wird, es vermeidet, als große Knüppelorgie zu enden und dafür fokussiert auf Melodie und Songwriting achtet, dann ist das schon ganz großes Kino. Die nächsten Nummern folgen dem (guten) Beispiel und bieten somit eine echte Alternative zu Bands wie beispielsweise Thrice oder The Hirsch Effekt. Letztere haben eine ähnliche Vorgehensweise, gehen aber viel zu prätentiös und verschachtelt vor, um ihre eigentlich gute Idee voll und ganz zum Tragen kommen zu lassen. Manchmal sind die Screams von Frontmann Bobby das einzige Core-Element, welches in einem Song zu finden ist, wie beispielsweise in „A Starving Man“ oder „Alone“.

Auch hymnisch darf es mal werden: „Out There“ und „Who Needs A Light“ wenden sich zur Abwechslung mal dem traditionellen Heavy Metal zu und bringen die Elemente im Sound unter - auch hier teilweise mit dem „großflächigen“ Einsatz von Indie-Chören. Die damaligen Avenged Sevenfold oder Trivium lassen (in Ansätzen) grüßen. Das Grand Finale „Only To Call It...“ geht dann nochmal zünftig in die Vollen, mündet in ruhigen Pianoklängen und lässt das Album mit der gelungenen Ballade „Home“ ruhig aber wirkungsvoll ausklingen. Bis hierhin haben die Kojoten ihren Stil definiert und halten sich an eigene Regeln. Das ist auch gut so, denn gerade beim Mischen eigentlich unterschiedlicher Musikrichtungen kann es schnell vorkommen, dass man von eigenen Ambitionen erdrückt wird.

Glücklicherweise bleiben die Coyotes voll auf Kurs und spielen Musik, die nicht einfach hart, nicht einfach soft oder nicht einfach unnötig verschachtelt (weil anspruchsvoll) sein will. In den heimischen Plattenregalen der Musiker findet sich Hard- und Metalcore, teilweise auch mit einem Post vor dem Genre, neben melodischen Indie-Pop, -Folk oder Alben von dredg, The Intersphere und Konsorten. Die Coyotes lieben sie alle anscheinend gleichermaßen, was sich am extrem smoothen Unterbringen der verschiedenen Welten hören lässt. Und auch, wenn sie sich vielleicht vom einen oder anderen Hörer in die Hipster-Ecke (Unwort-Alarm!) werden schieben lassen müssen, bleibt am Ende kein Zweifel, dass es sich bei „Only To Call It Home“ um ein richtig schönes Stück Musik handelt, welches übrigens auch Menschen empfohlen werden darf, die allem mit Core bislang spinnefeind waren. Fazit: Starkes Album!

Anspieltipps:

  • And Darkest White
  • Afraid To Find
  • A Starving Man
  • Alone
  • Only To Call It...

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