Nate Ruess - Grand Romantic - Cover
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Nate Ruess Grand Romantic


  • Label: Fueled By Ramen
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Herrlich größenwahnsinniger Breitwand-Pop auf den Spuren von Queen, Meat Loaf und... Mika!

Nate Ruess (33) ist Gründungsmitglied der Band Fun., die mit ihren bisherigen Alben „Aim And Ignite“ (2009) und „Some Nights“ (2012) so viel Staub aufwirbeln konnte, dass Nate Ruess als Hauptsongwriter zu einem der gefragtesten Kollaborationspartner in der aktuellen Popmusikszene wurde. So arbeitete er in der letzten Zeit unter anderem mit P!nk, Brian Wilson, Eminem und Anthony Green und hatte nebenher die Muße, seinen ersten Solo-Longplayer „Grand Romantic“ fertigzustellen, auf dem u.a. Jeff Tweedy (Wilco), Beck, Josh Klinghoffer (Red Hot Chili Peppers), Lykke Li, Jeff Bashker und Emile Haynie zu hören sind. Die beiden letztgenannten fungierten zudem auch als Produzenten.

Nach einem kurzen Intro inkl. Knabenchor wird der Hörer von „Grand Romantic“ mit dem ungewöhnlichen Song „Ahha“ regelrecht überfallen. Nate Ruess wirft schon hier alles in die Waagschale, was seine Art der Popmusik ausmacht, die in dieser Form natürlich auch von Fun. stammen könnte: Theatralik, große Gesten, verzerrte Stimmen, verrückte Melodien und eine ultra-fette Produktion, die auch über einen Radiowecker genossen, die Spatzen von der Dachrinne ballert. Nicht ohne Grund durfte schon bei „Some Nights“ der Queen-Vergleich nicht fehlen. Auf „Grand Romantic“ setzt Ruess dem noch einen drauf.

Ein Titel wie das opulente „Nothing without love“ erinnert gleichzeitig an die Pomp-Rocker von Queen, wie auch an deren Nachahmer Mika, gepaart mit einem Spritzer Scissor Sisters und Meat Loaf. Klingt verrückt? Ist es auch. Aber gut. Denn was wäre Popmusik, wenn sie nicht ab und zu auch mal überdreht (das Gitarrensolo in „Take it back“), im positiven Sinne größenwahnsinnig („Great big storm“) und melodieverliebt („You light my fire“) sein dürfte? Eben! Langweiliger Mist. Und dieser wird uns doch eh schon mit den meisten Veröffentlichungen Woche für Woche angeboten.

Deshalb muss es der geneigte Hörer einfach gut finden, wenn Ruess eine pathetische Glam-Rock- („What this world is coming to”), Power-Pop- („Moment“) oder Piano- („It only gets much worse“) und Rock-Oper-Ballade („Grand romantic”) nach der anderen raushaut, auch wenn es dem einen oder anderen dadurch mit der Gefühlsduselei auf dem vorliegenden Album zu viel sein wird. Trotzdem ist diese Konsequenz lobenswert und ein angenehmer Lichtblick im wöchentlichen Wust aus Schrott von Anti-Talenten.

Anspieltipps:

  • Moment
  • Harsh light
  • Grand romantic
  • Nothing without love
  • What this world is coming to
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