Greg Holden - Chase The Sun - Cover
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Greg Holden Chase The Sun


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 40 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein fast perfektes Majordebüt eines jungen schottischen Songwriters, der damit in der Tradition von Damien Rice, Mick Flannery oder auch Ray LaMontagne steht.

Schon als Teenager schrieb der im schottischen Aberdeen geborene Greg Holden seine ersten eigenen Songs. Er war fest entschlossen, Berufsmusiker zu werden und zog im Jahr 2009, kurz nach der Veröffentlichung seines Debütalbums „A Word In Edgeways“ (04/2009) auf seinem eigenen Label Falling Art Recordings nach New York. Dort schaffte es der Brite, einige seiner Songs in verschiedenen TV-Serien unterzubringen und per Crowdfunding-Kampagne 30.000 Dollar für die Aufnahmen seines zweiten Longplayers „I Don’t Believe You“ (05/2011) loszueisen.

Scheinbar hat Greg Holden damit so viel Staub aufgewirbelt, dass der Major Warner Bros. Records seine Fühler nach ihm ausstreckte und ihn unter Vertrag nahm. Zusammen mit dem Produzenten Greg Wells (u.a. Adele, Rufus Wainwright, Katy Perry, Kid Cudi, Aerosmith, Weezer) ging es ins Studio, wo elf Songs eingespielt wurden, die Greg Holden allein bzw. mit der Hilfe von Co-Songwritern wie Garrison Starr, Ace Enders, Tofer Brown und Richard Harris komponiert hatte. Zusammengestellt auf dem Album „Chase The Sun“ ergibt sich daraus unter Umständen eines der Highlights des bis dato sehr spröden Musikjahres 2015.

Denn wie die Musik eines klassischen Singer/Songwriters klingen kann, wenn erfahrene Pop-Songwriter und ein Produzent der Spitzenklasse an der Entstehung mitwirken, zeigen bereits die kraftvollen Opener „Hold on tight“ und „Save yourself“, die das Beste von Ed Sheeran und Mumford & Sons miteinander verbinden. Holden und Co. schreiben Songs mit dringlichen und eingängigen Refrains, die für Puristen gewiss nicht das Gelbe vom Ei darstellen. Dazu klingt die Dicke-Hose-Produktion für Folk- und Singer/Songwriter-Fans nämlich zu sehr nach Stadion und Bon-Jovi-Posen.

Doch der Schotte kann auch anders, wie der akustische Gänsehaut-Song „Boys in the street“ beweist, in dem die Beziehung zwischen einem Vater und seinem Sohn auf eine unheimlich nahegehende Art beschrieben wird. Das ist definitiv eines der besten Stücke des Jahres 2015! Auf ähnliche Weise begeistert Greg Holden mit „Give it away“, das mit einer großartigen Folk-Melodie gesegnet ist und „Go chase the sun“, das als reduzierte Pianoballade ans Herz geht. So sammelt sich Stück für Stück ein Song nach dem anderen an, der auf die Favoritenliste dieses Albums gehört, sodass es auf eben jener schnell ziemlich eng wird.

Am Ende Schlägt mit „Chase The Sun“ ein Album zu Buche, das den Brückenschlag zwischen Folk, Pop und Singer/Songwriter-Musik auf fast perfekte Weise löst und damit in der Tradition eines Damien Rice, Mick Flannery oder auch Ray LaMontagne steht. Allerbeste Referenzen also, die sich Greg Holden ans Revers heften kann.

Anspieltipps:

  • Give it away
  • Save yourself
  • Hold on tight
  • Boys in the street
  • A wonderful world

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