Stereophonics - Keep The Village Alive - Cover
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Stereophonics Keep The Village Alive


  • Label: Ignition/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach anfänglichen Schwächen entpuppt sich dieses Album doch noch als hörenswert.

Seit fast zwei Jahrzehnten sind die Waliser mit ihrem Gemisch aus (Brit-)Pop und Alternative Rock überaus erfolgreich aktiv, haben sich doch zwischen 1999 und 2007 fünf aufeinanderfolgende Studioalben auf Platz 1 der UK-Album-Charts platziert. Mit ihrem letzten Album „Graffiti On The Train“, Platin in England, konnten die Stereophonics die leicht nach unten zeigende Erfolgskurve wieder auf den richtigen Kurs bringen. Nun also das neue Album der Mannen um Sänger und Gitarrist Kelly Jones, das anfangs etwas erschreckt.

„Keep The Village Alive“ beginnt mit zwei, gelinde gesagt, durchschnittlichen Songs. Während der Opener „C’est La Vie“ noch leicht punkig, trotzdem aber ohne Ecken und Kanten, daherkommt, ist „White Lies“ eine langweilige Popnummer im Stil von Coldplay, bei der eindeutig zu sehr aufs Radio geschielt wurde. Hat man diese Lieder überstanden geht es überraschend gut weiter. Bei „Sing Little Sister“ wird mit einem Tom Petty-Riff und leicht funkigem Einschlag die Handbremse etwas gelöst und das darauffolgende „I Wanna Get Lost With You“ ist Stereophonics in Reinkultur. Leicht melancholische Grundstimmung, poppige eingängige Hooklines, die jedoch zu keiner Zeit zu weichgespült klingen. Auch kommt hier erstmals die raue Stimme Kelly Jones´ richtig zur Geltung.

Leider schleichen sich im weiteren Albumverlauf aber immer wieder ein paar zu austauschbare Nummern ein, die den Hörgenuss etwas schmälern („Song For The Summer“, „My Hero“). Vor allem die süßliche Produktion, die viele Songs mit Streichern überzieht, tut einigen Liedern nicht gut und lässt sie im Mittelmaß versinken. Dass es die Stereophonics anders können, zeigen sie dennoch. „Fight Or Flight“, ein vom Klavier getragener Song mit fast beklemmender Athmosphäre, ist bei weitem nicht so massenkompatibel wie die Vorgänger und stellt eins der Highlights dar. Auch „Sunny“, das sich im Verlauf immer weiter aufbaut und erneut das Kratzen in Jones´ Stimme herausfordert, zeigt dank der Instrumentierung, mit leichten E-Gitarren im Hintergrund, klassischem Gitarrensolo und des immer schneller werdenden Tempos, dass die Stereophonics doch noch um ihre Stärken wissen.

Überhaupt ist die zweite Hälfte des Albums deutlich besser. Auch die beiden Schlusstracks „Into The World“ und „Mr. And Mrs. Smith” warten mit guten Hooklines, wechselnder Dynamik und gut eingesetzer Kontrastpunkte bei der Instrumentierung auf. Klar, die meisten Songs sind balladesk, aber wenn Kelly Jones auf seine Stimme vertraut und Melodien und Gesamtklang nicht zu sehr weichspült, bekommt man gute Popmusik geboten. Überraschend, dass unter den Bonussongs der Deluxe-Edition deutlich härtere Nummern zu finden sind, die auf dem regulären Album eine gute Figur und notwendige Kontrastpunkte abgegeben hätten („Ancient Rome“, „You Are My Energy“).

Anspieltipps:

  • I Wanna Get Lost With You
  • Fight Or Flight
  • Sunny
  • Into The World
  • Ancient Rome

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