Lianne La Havas - Blood - Cover
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Lianne La Havas Blood


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein gelungenes Zweitwerk der jungen Londonerin mit jamaikanisch-griechischen Wurzeln.

Vor drei Jahren debütierte die Londonerin Lianne La Havas (25) mit ihrem Album „Is Your Love Big Enough?“ (07/2012) in den Top 5 der UK-Charts. Damit zählte die junge Newcomerin zu den Shootingstars des Jahres 2012. Ihr Album verkaufte sich mehr als 200.000 Mal und sie wurde für den Mercury Prize und den Ivor Novello Award nominiert. Im Anschluss an die Album-Veröffentlichung war die Tochter eines griechischen Steinmetzen und einer Jamaikanerin fast zwei Jahre auf Tour, so dass erst jetzt mit „Blood“ der lang erwartete Nachfolger bereitsteht.

Für diesen begab sich Lianne La Havas zurück zu ihren jamaikanischen Wurzeln, von denen sie sich inspirieren ließ. Das vielzitierte Lebensgefühl, das mit dem Inselstaat in Verbindung gebracht wird, sollte Einfluss auf die neuen Songs nehmen. Diese sind in Kollaborationen mit dem Dancehall-Produzenten Stephen „Di Genius“ McGregor sowie den Songwritern Mark Batson (50 Cent, Jay-Z, Eminem, James Blunt), Paul Epworth (Adele, FKA Twigs, Coldplay, Florence + The Machine), Jamie Lidell (Feist), Matt Hales (Aqualung) und Howard Lawrence (Disclosure) entstanden.

Mit „Is Your Love Big Enough?“ war Lianne La Havas aus dem Stand im Neo-Soul-Hype nach dem Tod von Amy Winehouse angekommen. Jetzt geht es für sie, wie auch für die übrigen Soul-Grazien wie Rumer, Duffy, Dionne Bromfield oder die aktuell noch pausierende Adele darum, sich weiterzuentwickeln. Dafür hat die 25-jährige Britin mit der wandlungsfähigen Samtstimme einiges getan und ihren Stücken einen guten Schuss Rhythmus und Groove geschenkt. Dies drückt sich auf „Blood“ in dezenten Funk-Einflüssen („Green & gold“), luftig swingenden Popsongs („What you don’t do“), Jazz-Pop-Stücken („Wonderful”) und souligen Halbballaden aus („Tokyo”).

Der Neo-Soul-Hype ist vorbei. Für Lianne La Havas ging es mit „Blood“ deshalb auch darum, keinen Boden zu verlieren. Mit den atmosphärischen Songs auf ihrem zweiten Longplayer ist dies gelungen. Die Stücke sind oft opulent arrangiert und schwanken zwischen modern Klängen und einem geschickt einmontierten Vintage-Sound, der für das Mainstream-Radio fast schon zu speziell ist. So wird beispielsweise in das bedächtig startende „Never get enough“ ein immer wiederkehrendes E-Gitarren- und Bass-Gewitter eingebaut, das bei jedem zweiten Autofahrer zum schreckhaften Verreißen des Lenkrads führen würde. Im Radio werden wir „Never get enough“ deshalb eher nicht zu Gehör bekommen. Aber es gibt ja zum Glück noch CDs.

Anspieltipps:

  • Tokyo
  • Midnight
  • Wonderful
  • Green & gold
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