Jeff The Brotherhood - Wasted On The Dream - Cover
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Jeff The Brotherhood Wasted On The Dream


  • Label: Dine Alone Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Volle Kanne, Hoschie! Nur leider ein wenig zu voll...

Jeff The Brotherhood sind zwei Brüder, die gar nicht Jeff mit Vor- oder Nachnamen heißen, sondern Orral. Jake und Jamin stammen aus Nashville und musizieren seit 2001, scheinen dabei voll und ganz die Ruhe weg zu haben und sind so richtige Dudes. Bunt ist das Dasein und granatenstark. Wenn es darum geht, ihren Sound zu beschreiben, wird es dann weitaus komplexer. Sie selbst bezeichnen ihn als 70s Hardrock, 80s Punk, 90s Grunge und Pop und es verwundert sehr, dass sie nicht auch noch die 50er-, 60er- oder Nullerjahre in ihrem Portfolio berücksichtigt haben. Dementsprechend schwer sind die Musiker einzuordnen.

Ihr achtes Studioalbum „Wasted On A Dream“ hat so ziemlich alles, will einen gewaltigen Rock-Rundumschlag wagen, kann es so aber auch unmöglich allen Recht machen. So steht das Album 40 Minuten lang konsequent zwischen den Stühlen und auch wenn die Gebrüder Orral ihr Handwerk beherrschen und ihr Ding gar nicht mal so übel durchziehen, fehlt es dem Album an Identität und Konsistenz. Es finden sich grungige Momente, Retro-Rock, wie er mittlerweile an allen Ecken und Enden geboten wird, schrammeliger Alternative und Songs wie „Coat Check Girl“, die selbst im Lokalradio nicht zum Kulturschock führen würden. Dinosaur Jr., die Foo Fighters, Wolfmother und Tenacious D haben allesamt vergessen zu verhüten und am Ende Jeff The Brotherhood ausgebrütet. Wer der Vater ist? Wer weiß das schon? Und die Mutter? Lassen wir das. Mal hebt die Band ihre roten Pappbecher und macht die Highschool unsicher („What's A Creep“, „In My Mouth“), dann setzt sie sich ins Cabriolet und düst durchs Fledermausland („Prairie Song“, „Melting Place“). Hört sich ganz cool an, macht aber nicht mal dann wirklich Sinn, wenn man die zahlreichen Einflüsse von Jake und Jamin Orral erahnen, einordnen und honorieren kann.

Für „Black Cherrie Pie“ haben sie sogar den großen Ian „Ich winkel auch noch mit 67 das Bein beim Flötespielen an“ Anderson (Jethro Tull) als Gast gewinnen können, was eigentlich immer cool ist, letzten Endes aber genau so gewollt klingt, wie so ziemlich alles auf „Wasted On A Dream“. Das ist schade, da die zwei Dudes eigentlich gut drauf zu sein scheinen und man ihnen die Liebe zur Musik gerne abkaufen möchte. Auch Jamin Orrals Aussage, dass er und sein Bruder ein „fun rock album“ machen wollten, scheint voll und ganz zu stimmen. Wenn er dann noch hinzufügt, dass es eine ganze Menge an unterschiedlichen Leuten erreichen soll, wird klar, warum „Wasted On A Dream“ eben nicht so funktioniert, wie es funktionieren hätte sollen. Denn genau so viele Leute, wie es erreichen soll, wird es auch abschrecken. Jeff The Brotherhood kompilieren einfach zu viel und das macht „Wasted On A Dream“ viel zu belanglos, überladen und gewollt.

Anspieltipps:

  • Black Cherry Pie
  • Meting Place
  • Coat Check Girl

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