Melissa Etheridge - A Little Bit Of ME: Live In L.A. - Cover
Große Ansicht

Melissa Etheridge A Little Bit Of ME: Live In L.A.


  • Label: SPV Recordings
  • Laufzeit: 77 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein ehrlicher Live-Mitschnitt, der nicht den Eindruck nachträglicher Überarbeitungen im Studio erweckt.

Erst im Januar dieses Jahres brachte Melissa Etheridge (54) mit „This Is M.E.“ in Deutschland ihr neues und inzwischen zwölftes Studioalbum auf den Markt, da wird auch schon eine Live-Platte hinterhergeschoben. Das ist arg kurzfristig, auch wenn man bedenkt, dass das aktuelle Werk in den USA bereits im September 2014 erschien. Da „This Is M.E.“ kommerziell aber nicht wirklich überzeugend lief, ist dieser leichte Schnellschuss durchaus zu verstehen. Außerdem veröffentlicht die Sängerin und Songschreiberin ihre Musik seit neuestem auf ihrem eigenen Label ME Records und kann somit losgelöst von irgendwelchen Major-Strategien agieren.

Aufgrund des früheren Veröffentlichungstermins in den USA, datiert der vorliegende Live-Mitschnitt der „This Is M.E.“-Tour bereits vom 12. Dezember 2014, als Melissa Etheridge im Orpheum Theater in Downtown Los Angeles das Abschlusskonzert ihrer US-Tournee spielte. Dieses wurde für eine Veröffentlichung mitgeschnitten und gefilmt und liegt nun als „A Little Bit Of ME: Live In L.A.“ auf CD und DVD vor. Bei einer Laufzeit von 77 Minuten (CD) plus 120 Minuten (DVD) bekommt der Etheridge-Fan dabei eine schöne Vollbedienung, die nicht nur das aktuelle Werk berücksichtigt.

„A Little Bit Of ME: Live In L.A.“ ist ein ehrlicher Live-Mitschnitt, der nicht den Eindruck nachträglicher Überarbeitungen im Studio erweckt. Der CD-Sound ist etwas dumpf und nicht so transparent, aber authentisch. Denn Melissa Etheridge ist sich stets treu geblieben und nicht in seichte Pop-Pfade abgewandert. Ihre Songs besitzen auch heuer noch Spuren von Rock, Blues, Country, Folk und Soul, sodass die Mischung aus neuen Stücken und Klassikern wie „Come to my window“, „Bring me some water“ oder auch „Like the way I do“ (nur auf der DVD enthalten) wie aus einem Guss funktioniert.

So verschwimmen die Unterschiede zwischen den frühen Neunzigern und der Jetztzeit fast vollständig in einen kernig-gesetzten, erwachsenen Sound, der heutzutage gewiss keine Bäume mehr ausreißen kann, aber in Bezug auf Nostalgie in Kombination mit aktueller Alltagstauglichkeit immer noch seine Anhänger haben dürfte.

Anspieltipps:

  • If I wanted to
  • I’m the only one
  • I want to come over
  • Bring me some water
  • I won’t be alone tonight
Neue Kritiken im Genre „Rock/Pop“
Diskutiere über „Melissa Etheridge“
comments powered by Disqus