Owl City - Mobile Orchestra - Cover
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Owl City Mobile Orchestra


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Angst, der beißt nicht, der will doch nur spielen!

Adam Young alias Owl City (29) lieferte zwischen 2008 und 2012 vier Alben ab, die sich weltweit mehr als 2,5 Millionen Mal verkauften. Die daraus ausgekoppelten Singles wurden gar 18 Millionen Mal abgesetzt. Für einen Nerd, der aussieht wie ein Darsteller aus der TV-Serie „O.C., California“ und als Teenager damit anfing, im Keller seines Elternhauses Songs zu schreiben, ist das keine schlechte Story. Auch heute ist der Bursche aus Minnesota kaum ohne Tablet oder aufgeklappten Laptop anzutreffen. Songs werden geschrieben, wo und wann es nur geht. Ob in der Wartehalle im Flughafen oder in der Warteschlange im McDonald’s. Dabei kann es gut passieren, dass ein Owl-City-Hit wie „Fireflies“ über die Hausanlage gespielt wird. Der Song, der bisher am nachhaltigsten funktionierte.

Auch wenn Adam Young vielbeschäftigt ist, liegt das letzte Album „The Midsummer Station“ (08/2012) inzwischen fast genau drei Jahre zurück. Und das ist auch gut, denn auf dem Werk bescherte der 29-Jährige seinen Hörern eine unnötige Abkehr von seinem bisherigen Stil, also weg vom Dream-Pop, hin zum Dance-Pop. Na ja, wenigstens hatte Young ein Konzept. Für Owl Citys neues Album, „Mobile Orchestra“, scheint es auch eine Konzeptvorlage gegeben zu haben. Denn Adam Young wollte weg von einem geschlossenen Hörerlebnis und hin zu einer vielseitigen Songsammlung, die sich nicht an fixe Vorgaben hält.

Zehn Songs, fünf Feature-Gäste und kein starres Raster. Owl City öffnet sich damit mehr denn je dem gängigen Standard-Radio-Pop und läuft ein bisschen Gefahr, im Strudel der Austauschbarkeit zu landen. Zum Glück besitzen die Songs noch einen Rest Wiedererkennbarkeit, den, wenn man so will, verträumten Owl-City-Trademark-Sound („I found love“). So bleiben gnadenlos fluffige Titel wie „Verge“ mit Aloe Blacc, „Thunderstruck“ mit Sarah Russell oder „Unbelievable“ mit Hanson (!) nicht komplett auf dem Dancefloor hängen, sondern tragen immer noch einen letzten Funken Dream-Pop in sich.

Am besten sind die Song auf „Mobile Orchestra“ allerdings immer dann, wenn Owl City ohne fremde Hilfe auskommt und solo agiert. Dann zaubert er simpel-sympathische und entwaffnend unschuldige Melodien wie „My everything“, „Bird with a broken wing“ oder auch „This isn’t the end“ aus dem Hut, die niemandem wehtun, aber in Sachen Nachhaltigkeit auch keine Sechser im Lotto sind. So bleibt es auch im vierten Anlauf auf „Mobile Orchestra“ bei Fastfood für die Ohren, das kurzfristig satt macht. Doch der volle Bauch trügt. Irgendwann kommt nämlich zwangsläufig der Appetit auf „richtige“ Musik zurück.

Anspieltipps:

  • Back home
  • I found love
  • My everything
  • Bird with a broken wing
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