Bobaflex - Anything That Moves - Cover
Große Ansicht

Bobaflex Anything That Moves


  • Label: Eternal Sound Records
  • Laufzeit: 58 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
4.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Hörer kann froh sein, wenn das laue Nu-Metal-Lüftchen aus West Virginia nach einer Stunde vorübergezogen ist.

Bei Bobaflex handelt es sich um eine im Jahr 1998 gegründete Band aus Point Pleasant in West Virginia, USA, die sich im damalig grassierenden Nu-Rock- und Metal-Hype ein Stück vom Kuchen abschneiden wollte, aber niemals auch nur ansatzweise in die Nähe der Big Player kam, es sei denn, Bobaflex wurden als Anheizer mit auf Tour genommen. Nichtsdestotrotz hat die Band um das Brüderpaar Marty und Shaun McCoy bis heute durchgehalten und veröffentlicht mit „Anything That Moves“ ihr sechstes Album.

Sicher haben Bobaflex in all den Jahren auch Pech gehabt, mit diversen Line-up-Wechseln und Rechtsstreitigkeiten. Umso höher muss man es der Band anrechnen, durchgehalten zu haben, auch wenn einige ihrer Alben in der Szene arg belächelt wurden. Denn während Acts wie Nickelback, Papa Roach, Limp Bizkit oder auch 3 Doors Down den kommerziellen Rahm abschöpften, mühten sich Bobaflex vergebens um Anerkennung in Form hoher Chart-Platzierungen. Und, um ehrlich zu sein, daran wird sich auch mit „Anything That Moves“ kaum etwas ändern.

Das vom Indie-Label Eternal Sound Records vertriebene Album bedient bis auf wenige Ausnahmen sämtliche Alternative- und Nu-Rock-Klischees der frühen Nullerjahre. Das beginnt beim nach wie vor unveränderten Band-Logo im Graffiti-Style, geht über das Comic-artige Coverartwork und macht natürlich auch vor der Musik keinen Halt. Bei dieser werden die in Ansätzen coolen Ideen wie in „Mama (don’t take my drugs away“) oder auch „Objectified“ durch altbackenes Riffing und breitbeiniges Dicke-Hose-Posing schon im Keim erstickt.

Bobaflex übertreiben es nicht nur mit ihrem cheesy Metal-Sound, in dem permanent etwas Kirmes- („You don’t want to know“) bzw. Schlager-artiges mitschwingt („Turn me on“), sie liefern auch auf lyrischer Ebene keine Großtaten ab. Oder braucht noch irgendjemand Songs, in denen wir die Engel weinen hören („A spider in the dark“) und die Herzen immer kälter werden („Show me“)? Eher nicht! Und so darf der Hörer froh sein, wenn das fragwürdige Vergnügen nach gut einer Stunde beendet und das laue Nu-Metal-Lüftchen aus West Virginia vorübergezogen ist.

Anspieltipps:

  • Bad man
  • Lose control
  • Burn them all
  • End of the world
Neue Kritiken im Genre „Nu-Metal“
6.5/10

The Serenity Of Suffering
  • 2016    
8/10

The Mask Of Hypocrisy
  • 2015    
6/10

The Paradigm Shift
  • 2013    
Diskutiere über „Bobaflex“
comments powered by Disqus