Bonaparte - Soundtrack: Becks Letzter Sommer - Cover
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Bonaparte Soundtrack: Becks Letzter Sommer


  • Label: Peng!/Rough Trade
  • Laufzeit: 67 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein unerwartet gut gelungener Soundtrack, fernab von Indie-Elektro-Großstadt-Disco-Quatsch.

Im neuesten Kinofilm von Hauptdarsteller Christian Ulmen (u.a. Herr Lehmann, FC Venus, Männerherzen, Einer wie Bruno), unter der Regie von Frieder Wittich (u.a. Mosquito, Tod auf Amrum, 13 Semester), nach einem Roman von Benedict Wells (Spinner, Fast genial, Amsterdam), geht es um einen als Musiker gescheiterten Lehrer namens Robert Beck, der ob seines Daseins Frust schiebt. Doch dann trifft er auf den musikbegabten Schüler Rauli Kantas, gespielt von Nahuel Pérez Biscayart (u.a. Tief in den Wäldern, Glue).

Rauli ist ein Genie, das singt und E-Gitarre spielt und in Robert Beck den Traum von der Musikkarriere neu erweckt. Der Lehrer möchte für seinen Schüler Songs schreiben, ihn groß rausbringen und selbst wieder ins Musikbusiness einsteigen. Daraus resultiert eine Story zwischen Drama und Komödie, für die der Schweizer „Visual Trash Punk“-Musiker Tobias Jundt alias Bonaparte den Soundtrack geschrieben hat.

Eine spannende Aufgabe, nicht nur für den Künstler. Denn auch die Bonaparte-Fans dürfen gespannt sein, wie Tobias Jundt seinen Elektro-Rock in den Dienst der Sache stellt und die bewegten Bilder auf der Leinwand musikalisch mit seinen Kompositionen einfängt. Dazu wurde der Soundtrack in zwei fast gleiche Teile aus klassischen Songs und Score-Instrumentals aufgeteilt, die allesamt ungewöhnlich eingängig daherkommen. Natürlich sind die instrumentalen Themen hauptsächlich dem Geschehen auf der Leinwand geschuldet und damit typischer Soundtrack-Stoff, aber ohne abgehoben bzw. verkopft zu wirken.

Die normalen Songs auf „Becks Letzter Sommer“ zählen dagegen zu den rundesten und massentauglichsten Nummern, die Tobias Jundt je eingespielt hat. Egal ob es sich dabei um akustischen Folk-Pop („Tim Fite’s big mistake“), gar nicht mal so kratzbürstigen 60er-Jahre-Elektro-Rock („Chocolate bears“), atmosphärischen Bar-Jazz, der stilistisch zwischen Tom Waits und Ennio Morricone changiert („The shadow of your dreams“), düster-elektronische Klangwelten („Istanbul”), Balladen („She goes“), treibenden Indie-Rock („Cashpunk“) oder überraschende Coverversionen wie „Seven nation army“ von den White Stripes handelt.

Fazit: Mit „Becks Letzter Sommer“ legt Tobias Jundt seinen ersten Soundtrack vor, der ihm – zugegeben – unerwartet gut gelungen ist und den letztjährigen Indie-Großstadt-Disco-Quatsch auf „Bonaparte“ (05/2014) endgültig vergessen macht.

Anspieltipps:

  • Cashpunk
  • Whistleblower
  • Chocolate bears
  • Seven nation army
  • Like an Umlaut in english
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