Easton Corbin - About To Get Real - Cover
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Easton Corbin About To Get Real


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
3.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Popmusik im Country-Gewand, die geradezu prädestiniert für das US-amerikanische Radio scheint.

Die Stimme von Easton Corbin ist wie gemacht für den modernen Country, der in den USA weit mehr Anhänger hat, als im Rest der Welt. Parallelen zu den ganz Großen dieses Genres wie Garth Brooks oder Tim McGraw sind nicht von der Hand zu weisen. Allerdings sind leider auch wenig neue Impulse zu finden, mit denen sich Corbin von den vielen anderen Country-Interpreten abheben könnte. Alle zwölf Songs bewegen sich im selben Fahrwasser und bieten auf traditionellen Instrumenten - wie Lapsteel, Gitarre, Piano - gespielten Country-Pop. Auf elektronische Spielereien wird zwar weitestgehend verzichtet, jedoch bietet sich jedes einzelne Lied geradezu an, im Radio hoch und runter gespielt zu werden.

Natürlich hat der heutige Country wenig bis nichts mehr mit den alten Helden wie Johnny Cash oder Willie Nelson gemein, jedoch läuft das Genre Gefahr, sich selbst zu schaden. Zwar arbeitete man auch früher mit einfachen Songstrukturen, allerdings sind in alten Country-Songs oftmals politische oder sozialkritische Botschaften zu finden. Textlich beschränkt sich Corbin auf Liebe und Frauen. Lieder wie „Kiss Me One More Time“, „Guys And Girls“, „Baby Be My Love Song“ oder „Damn Girl“ verraten dies schon im Titel. Viele Songs dieses Albums stören zwar nicht, klingen allerdings zu einheitlich und wie schon einmal besser gehört.

Interessant und eines der Highlights ist „Clockwork“, das mit einer etwas anderen, in den Strophen vergleichsweise düsteren Atmosphäre aufwarten kann und zumindest etwas Abwechslung bringt. Dieses Lied hätte auch Bon Jovi auf „Lost Highway“ gut zu Gesicht gestanden. Das nächste Mal horcht man bei „Are You With Me“ auf. Der Titel und die Gesangslinie kommen einem direkt bekannt vor. Zum einen erschien dieses Lied schon auf dem Vorgängeralbum „All Over The Road“, bekannt geworden ist jedoch der Remix von Lost Frequencies, der immer noch in den deutschen und europäischen Charts herumgeistert. Etwas langsamer als der neue Mix gerät der Song noch melancholischer und stellt den zweiten, aber leider auch letzten Höhepunkt des Albums dar.

Ein leider zu eintöniges und vorhersehbares Album legt Easton Corbin hier vor, was man ihm allerdings nicht wirklich vorwerfen kann, funktioniert die Musikindustrie doch schon seit jeher genau so, dass bewährtes und erfolgreiches Material neu aufgewärmt wird. Und wie es so oft der Fall ist, gibt der Erfolg Corbin und seiner Plattenfirma recht.

Anspieltipps:

  • Clockwork
  • Are You With Me

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