Valentina Babor - Piano Princess - Cover
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Valentina Babor Piano Princess


  • Label: DEAG Music/Sony Music
  • Laufzeit: 53 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Produktion von Stargeiger David Garrett, für die er Schläge mit dem Lineal auf die Finger verdient hat.

Die Headline ist einfach zu gut: „Geigenstar entdeckt Klavier-Prinzessin!”. Gemeint sind: David Garrett (35), seines Zeichens Popstar unter den deutschen Geigenspielern mit mehr als 2,3 Millionen verkauften Tonträgern und zahlreichen Gold- und Platin-dekorierten Album-Veröffentlichungen sowie Valentina Babor (26), ihres Zeichens junge Pianistin aus München, die mit „Piano Princess“ ihr Debütwerk vorlegt, das von dem Crossover-erprobten Stargeiger David Garrett arrangiert und produziert wurde.

In der Klassik-Szene hat Valentina Babor längst einen Namen, der weit über die deutschen Grenzen hinausreicht. Doch dass damit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, hat nicht nur David Garrett in den vergangenen 20 Jahren bewiesen. Mit etwas Glück und Geschick, lässt sich nämlich auch das Pop-Publikum von klassischer Musik begeistern und anstecken, wenn sie in ein leichtverdauliches Korsett gesteckt wird. Darin ist Herr Garrett geübt wie kein zweiter, sodass „Piano Princess“ durchaus als Thema für die Charts im Sommerloch des Jahres 2015 gehandelt werden darf.

Revolutionär ist die Verbindung von Pop und Klassik freilich nicht mehr. Doch auch mit vermeintlicher Stangenware lässt sich mitunter etwas bewegen. Stangenware, das sind die ausgewählten Cover-Songs. Hier begegnen dem Hörer zum Beispiel Stücke von Robert Miles („Children“), R. Kelly („I believe I can fly“), P!nk („Just give me a reason”), Meat Loaf („Anything for love”), Jermaine Jackson und Pia Zadora („When the rain begins to fall”) sowie George Gershwin („Rhapsody in blue”). Ergänzt wird das Ganze um Kompositionen von Franz Liszt, Wolfgang Amadeus Mozart, Frédéric Francois Chopin und Ludwig van Beethoven. Der klassische Tatbestand von Classic meets Pop, nur eben aus einem anderen Semester.

Dass Valentina Babor hervorragend auf dem Klavier spielt, muss gewiss nicht diskutiert werden. Doch ob es unbedingt notwendig war, ein paar bekannte Popsongs in mit Streicherklängen und Piano-Tupfern zugedeckte Easy-Listening-Gewänder zu stecken, erscheint mehr als fraglich. Insbesondere mit Stücken wie dem altbackenen Trance von Robert Miles in „Children“ oder der Fahrstuhlmusik von R. Kelly in „I believe I can fly“ muss niemand sein Talent verschleudern. Doch auch so ist das Gesamtpaket keines, nach dem sich Klassik- und/oder Pop-Fans die Finger lecken.

Die Idee hinter „Piano Princess“ ist zwar erkennbar, doch die Umsetzung fällt so bieder, spannungsarm und vorhersehbar aus, dass zu keiner Zeit Begeisterung aufkommt. Nein, schlimmer sogar! Denn wenn die Studiomusiker in Songs wie „When the rain begins to fall“ oder „Anything for love“ ihren Senf dazu tun und beispielsweise mit synthetischen E-Gitarrenklängen für Grusel sorgen, hat der sogenannte Spaß schnell ein Ende und David Garrett für diese Produktion Schläge mit dem Lineal auf die Finger verdient.

Anspieltipps:

  • Anything for love
  • Revolutionary etude
  • Nobody does it better
  • When the rain begins to fall
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