Frittenbude - Küken Des Orion - Cover
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Frittenbude Küken Des Orion


  • Label: Audiolith/Broken Silence
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Für Frittenbude ist Rave mehr als nur ein Hobby.

„Was darf’s sein - wie immer?“ „Ja, bitte.“ „Pommes mit Zigeunersauce war das, richtig?“ Ach ne, falsches Thema. Trotzdem, die Band um Johannes Rögner ist eine der letzten verbliebenen klassischen Frittenbuden der Republik und wird es vermutlich auch bleiben. An eine Auflösung soll jetzt kein Gedanke verschwendet werden. Und die eingangs gestellte Frage kann stehen bleiben, denn auch hier gibt es das, was man gewohnt ist. Das Gewohnte hat sich in jedem Fall bewährt und bedarf keines weiteren Nachdenkens. Nicht in jedem Fall ist es aber gute Musik, bei Frittenbude hingegen schon.

Auf „Delfinarium“ folgt nun „Küken des Orion“. An der musikalischen Ausrichtung hat sich nicht viel verändert. Bei einem Frittenbude-Lied hängt immer sehr viel vom Beat ab, weil Rögner in seinem Sprech-Gesang oft die Dramatik scheut. Frittenbude würden sich zum Beispiel nur minimal von den ebenso verfahrenen Ok Kid unterscheiden (am deutlichsten in „Alles wird Staub“ zu hören), würden Frittenbude nicht Rave-Pop machen und verfahrenen Ok Kid Indie-Pop. Aber die Jungs von Frittenbude, allen voran Jakob Häglsperger, der auch neben seinem Hauptprojekt noch in weitere Produktionen involviert ist, wissen was sie produzieren und wann ein Instrumental albumtauglich ist. Das Kunststück des Albums ist in dieser Hinsicht wohl „Padmé“.

Frittenbude wollen nun Nächte durchmachen, Helden stürzen, keine Abstriche mehr machen und mit der Unendlichkeit ringen. Auf dem Album herrscht eine zu überwinden wollende Lebensunsicherheit, die in „Padmé“ am klarsten formuliert wird: „Manchmal denkt man es ist doch alles zu spät / Und dann merkt man, man hat doch noch gar nicht gelebt / Warum ist der Himmel das Limit / Es gibt nur uns und das Leben.“ Die Band transportiert ein Lebensgefühl, welches auch immer eng mit der Musik verbunden ist: „Hörst du den Bass / Hörst die Snare?“ und welches auch im Lied „Rave ist kein Hobby“ ein eigenes Lied bekommt, das allerdings insgesamt zu den schwächeren Liedern des Albums gehört. Schwächere Lieder bleiben aber eindeutig in der Unterzahl.

Anspieltipps:

  • Die Möglichkeit eines Lamas
  • Stürzende Helden
  • Padmé
  • Michael Jackson hatte recht

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