Slayer - Repentless - Cover
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Slayer Repentless


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Rückmeldung mit „Repentless“ stellt zufrieden und gibt Hoffnung, dass mit Slayer noch lange nicht Schluss ist.

Ihr Ausnahmegitarrist und Gründungsmitglied Jeff Hanneman ist vor zwei Jahren gestorben, Drummer und ebenfalls Band-Mitbegründer Dave Lombardo wurde zum dritten Mal vom Hof gejagt. Die starke Beziehung zu ihrem langjährigen Stammproduzenten Rick Rubin ging in die Brüche und damit auch der Vertrag mit Rubins Label American Recordings. Das haut selbst den stärksten Elefanten um. Keine Frage: Die Vorzeichen für eine Rückkehr der Thrash-Veteranen von Slayer nach ihrem bis dato letzten Studioalbum „World Painted Blood“ (10/2009) waren alles andere als rosig.

Mit einer neuen, engagierten Plattenfirma im Rücken (Nuclear Blast aus Deutschland), Gerry Holt von Exodus an der Gitarre, Rückkehrer Paul Bostaph an den Drums und Produzent Terry Date (Pantera, Dream Theater, Overkill) an den Reglern, wagen sich Tom Araya (Bass, Gesang) und Kerry King (Gitarre) im 34. Karrierejahr dennoch zurück auf die Thrash-Spielwiese. Eine gehörige Portion Skepsis darf dabei durchaus angebracht sein. Denn die Vorboten, die Slayer im Laufe der Zeit streuten, waren nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Vielleicht sind sie auch deshalb in überarbeiteter Form noch einmal auf „Repentless“ enthalten: Das als Download-Track bekannte „Implode“, der 2015er „Record Store Day“-Beitrag „When the stillness comes“ sowie die sechs Jahre alte Single-B-Seite „Atrocity vendor“.

Unterm Strich liefern Slayer somit ein Dutzend Tracks ab, mit denen sie bestätigen müssen, dass sie immer noch relevant sind, auch wenn mit Jeff Hanneman einer der beiden Hauptsongwriter nicht mehr dabei ist. Und mit dem getragenen „Delusions of saviour“-Intro machen es die Kalifornier auch erst einmal spannend, bevor die Thrash-Maschine mit dem treibenden Titeltrack Fahrt aufnimmt. Damit haben Slayer bereits ihre Reisegeschwindigkeit erreicht. Sie liefern mit „Take control“ untypisch für Slayer, aber gekonnt nach und auch „Vices“ ist mit seinem reduzierten Tempo genauso böse, als würde das Gaspedal bis aufs Blech durchgetreten werden.

Mehr Rhythmus, mehr Groove und weniger Tempo – das sind Slayer anno 2015, bei denen Paul Bostaph und Gerry Holt selbstverständlich ihren eigenen Sound einbringen. Und das ist auch gut so! Schließlich wurde im Vorfeld ein Solo-Ritt von Gitarrist Kerry King befürchtet. So aber steckt durch Holt und Bostaph eine Prise Exodus in Slayer und damit vielleicht auch etwas zu viel gebremster Schaum, als es den Slayer-Fans lieb sein mag. Dabei ergibt sich gerade daraus eine variable Mischung, die mehr als das übliche „Knüppel aus dem Sack“-Geballer darstellt, auch wenn Slayer nie zu echten Virtuosen mutieren werden. Diese Rückmeldung stellt dennoch zufrieden und gibt Hoffnung, dass mit Slayer noch lange nicht Schluss ist.

Anspieltipps:

  • Vices
  • Piano wire
  • Take control
  • Chasing death
  • You against you
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