Hurts - Surrender - Cover
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Hurts Surrender


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Hurts schaffen es nicht, ihre Großtaten zu wiederholen, sondern lediglich schwach zu kopieren, was einfach zu wenig ist.

Das Debütalbum „Happiness“ (08/2010) von Theo Hutchraft und Adam Anderson alias Hurts war ein Meisterwerk der verträumten Melancholie, der vertonten Sehnsucht und des gepflegten Herz-Schmerzes. Lange hatte man elektronische Popmusik nicht mehr so beseelt und dabei so organisch empfunden, wie hier. Das schraubte die Erwartungshaltung an den ausnahmsweise mal nicht Business-like völlig überstürzt nachgeschobenen Nachfolger „Exile“ (03/2013) natürlich in schwindelerregende Höhen. Leider konnte „Exile“ die Erwartungen weder künstlerisch noch kommerziell erfüllen. Und so ist „Surrender“, Album Nummer drei der beiden Briten, bereits so etwas wie ein Schicksalswerk, das über die Zukunft von Hurts entscheiden könnte.

Schon mit dem titelgebenden Intro-Opener zeigen Hurts an, dass das Duo wieder an den „Happiness“-Sound anknüpfen möchte und liefert mit „Some kind of heaven“ sogleich den leicht aufgedrehten, aber durchaus legitimen Nachfolger zu „Wonderful life“ ab. Nicht schlecht! Allerdings werden Hutchraft und Anderson die latente Überdrehtheit im Verlauf des gesamten Albums nicht mehr los. Und so verwandelt sich ihr 80er-Jahre-affiner Sound vom eleganten New Wave in Richtung glitzernder Disco-Songs, die immer das Maximum wollen. Dabei ist doch weniger oftmals mehr, wie „Happiness“ bewiesen hat.

So will „Nothing will be bigger than us“ eine treibende Dance-Hymne sein, kann aber gewisse Querverweise in Richtung Modern Talking nicht abstreifen. „Rolling stone“ atmet in seinen Grundzügen die alte Hurts-Melancholie in Text und Musik, wird aber vom instrumentalen Bombast völlig gegen die Wand gedrückt, während „Wings“ und „Wish“ zumindest in Ansätzen zeigen, wie es geht, allerdings ohne die Intensität des Debütalbums zu erreichen. Auch „Slow“ hätte etwas weniger Bombast gut zu Gesicht gestanden. Doch wenigstens können Hurts hier etwas mehr Atmosphäre transportieren. Das gesamte Album ist auf diese Weise allerdings nicht zu retten.

Einigen Songs des Longplayers ist es richtig anzumerken, wie sehr sich Hurts bei ihnen bemüht haben, das Feeling ihres ersten und mit Abstrichen auch ihres zweiten Albums zu reproduzieren. Gelungen ist es dem Duo nur in Ansätzen. Das wirkt sich auf den Hörgenuss des Werkes leider negativ aus. Denn Hurts schaffen es nicht, ihre Großtaten zu wiederholen, sondern lediglich schwach zu kopieren, was einfach zu wenig ist.

Anspieltipps:

  • Wish
  • Wings
  • Rolling stone
  • Some kind of heaven
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