Afterpartees - Glitter Lizard - Cover
Große Ansicht

Afterpartees Glitter Lizard


  • Label: Excelsior Recordings
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die jungen Holländer von Afterpartees lernen von den Buzzcocks, den Sex Pistols und von Oasis.

Der erste Eindruck von Afterpartees ist der einer rotznäsigen Teenager-Band, die im Plattenschrank ihrer Eltern Aufnahmen der Sex Pistols („Candy Color Wearin' Weirdos“, „Girls Like You“), der Buzzcocks („Power Animal“, „Red Bull“) und von Oasis („Loverboy Loco“, „Lilly“) entdeckt hat und diesen Vorlagen nacheifert. Und der zweite Eindruck ist: derselbe. Das Betrachten des Videos zum Song „Red Bull“ bestätigt dann, dass es sich bei dem Quintett aus Holland um sehr junge Leute handelt. Mangelnden Enthusiasmus kann man der Band nicht vorwerfen, sie wühlen sich engagiert und kraftvoll durch ihre Eigenkompositionen. Nur: Mühe alleine genügt nicht in einem Geschäft, dass von Kreativität und Individualität, also Abgrenzung gegen schon vorhandene Muster, leben sollte. Zumindest langfristig setzt sich hier (hoffentlich immer) Qualität durch.

Der Fun-Punk, Power-Pop und Indie-Rock von Afterpartees klingt insgesamt zu berechen- und austauschbar. Viele Songs hören sich an, als hätte man sie vorher schon mal gehört. Das mag auf Festivals keine Rolle spielen und noch ganz vergnüglich sein, aber zum anregenden, konzentrierten zuhören bietet die Musik zu wenig Zündstoff und Reibungsfläche. Die Rebellion der Band äußert sich nicht im Aufbrechen von Konventionen und Finden einer eigenen Linie, sondern erschöpft sich in der Präsentation einer schnell wirkenden Party-Mucke mit lauten und teilweise angeschrägten, aufsässig wirkenden Gesangseinlagen.

„Glitter Lizard“ ist die erste Veröffentlichung der Musiker, die in diesem Jahr zur besten Band des Eurosonic Norderslaag Musikfestivals gewählt wurden. Qualitativ ist im Studio jedoch noch Luft nach oben. Der Gesang ist zu unsicher, wackelig und ohne individuellen Charakter. Der Rhythmus ist druckvoll, die Songs sind schmissig, aber ohne speziellen Wiedererkennungswert. Die Gruppe hängt zu sehr am Sound ihrer Vorbilder und agiert wie eine willige, aber unerfahrene Schüler-Band. Eine hoffnungsvolle Nische haben sie gefunden, wenn sie das Tempo herausnehmen und sich ganz auf eine intime, brüchige Atmosphäre einlassen. So wie bei „Stuck On The Nightshift”, womit sie dann sogar an Velvet Underground erinnern.

Anspieltipps:

  • Stuck On The Nightshift

Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „Afterpartees“
comments powered by Disqus