Destroyer - Poison Season - Cover
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Destroyer Poison Season


  • Label: Dead Oceans/CARGO
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Destroyer-Album durch und durch.

Dan Bejar scheint unermüdlich zu sein. Er pendelt zwischen Destroyer und den New Pornographers und damit pendelt er ebenso zwischen Jazzigem Rock und Power-Pop. Die Linien sind größtenteils klar getrennt und überschneiden sich nur hin und wieder mal. Sein vorheriges Album „Kaputt“ wird gemeinhin als sein bisher reifstes und bestes Werk bezeichnet, aber letztlich gehen Dan Bejar und Destroyer seit jeher ihren Weg und produzieren konstant gute Alben. Als besonders gut wird eines seiner Alben immer dann bewertet, wenn auch ein herausragendes Lied drauf ist, wie eben auf dem Vorgängeralbum mit „Kaputt“ und „Chinatown“. Größere Bekanntheit dürfte er dadurch jedenfalls erfahren haben.

Seinem neuen Album merkt man davon nichts an. Bejar lässt sich nicht beirren, produziert nach seinem Belieben und richtet seine Musik keineswegs auf kommerzielle Absichten aus. Er gewährt sich und seiner Band die Freiheiten, alle möglichen musikalischen Einfälle auf „Poison Season“ zu platzieren. Die dezente Gitarre im Hintergrund von „The River“ oder die Flöten in der zweiten Hälfte von „Hell“ sind dafür beste Beispiele. Auch das Intro zum Lied „Forces From Above“ würde sich jede Rockband wünschen, wohingegen es hier schon fast untergeht, weil es nur eine Finesse von unzähligen ist. Das sind Kleinigkeiten, denen Bejar große Bedeutung beimisst. Und vor allem sind es Kleinigkeiten, die auf großen Produktionen niemals einen Platz finden würden.

Das besondere an den Finessen ist, dass sie unvorhersehbar sind. Die großartigsten Momente sind die, in denen die Liedstrukturen undurchsichtig werden und sich Lieder fast verselbstständigen - indem aus dem nichts plötzlich ein Klavier auftaucht, welches im nächsten Augenblick von Bläsern abgelöst wird. Augenblicke, in denen man der Band durchaus auch hier und da einen Hang zur Dramatik nachsagen kann. Destroyer vereinen (un-)willkürlich alle Instrumente und scheuen auch nicht davor, wie in „Dream Lovers“ scheinbar all jene gleichzeitig zu spielen. In diesem Moment erinnert Destroyer noch am ehesten an The New Pornographers. Alles in allem ist der Sound aber viel sanfter und zurücknehmender. Das Album ist somit ein Destroyer-Album durch und durch.

Anspieltipps:

  • Dream Lovers
  • Forces From Above
  • Times Square
  • Midnight Meet The Night

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