AB Syndrom - Hey Herz - Cover
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AB Syndrom Hey Herz


  • Label: Herr Direktor/H'ART
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn aus Experimental-HipHop Electro-Dubstep wird, kann der Weg zum Ziel lang sein.

Die in Oberursel aufgewachsenen Brüder Bennet (Texte, Gesang, Keyboards) und Aljoscha Seuss (Percussion, Effekte) stellen das Grundgerüst der Band AB Syndrom dar, die inzwischen in Berlin ihr Zuhause gefunden hat und mit „Alles Deins“ im Oktober 2012 ihr Debüt auf den Markt gebracht hat, das stilistisch unter Experimental-HipHop einsortiert wurde. Seitdem haben sich AB Syndrom nicht nur um Anton (Drums) und Oskar (Bass) erweitert. Die Band gehörte auch zum Förderkreis des 2013er Jahrgangs der Mannheimer Pop-Akademie Baden-Württemberg und sie bastelte mehrere Jahre an ihrem zweiten Album, auf dem es eine stilistische Neuausrichtung zu hören gibt.

Insbesondere der von der britischen Insel herübergewehte Dubstep-Boom (vergleiche: James Blake, Mount Kimbie oder auch The Acid und Flying Lotus) hat es dem Quartett nun angetan. HipHop/Rap im klassischen Sinn sind damit passé und waren wohl auch nicht wirklich das langfristige Ziel der Band. Stattdessen arbeiten AB Syndrom mit verschachtelten Grooves, kantigen Rhythmen und einer sehr markanten Kombination aus verfremdeten Vocals und kryptischen Texten. Das weckt in der Tat Erinnerungen vor allem an das Debütalbum von James Blake, auch wenn die deutschen Texte mehr ablenkend, denn zielführend sind.

„Hey Herz“ ist anders und will anders sein. Die gesamte Geräuschkulisse, die der Musik beigemischt wurde, lechzt nach Aufmerksamkeit. Diese erlangen die meisten der 14 Tracks am Ende auch, allerdings keine Nachhaltigkeit in dem Sinn, dass sich der Hörer nach dem ersten Hörgenuss an einen oder mehrere Songs erinnern kann. „Hey Herz“ ist deshalb vielmehr als ein zusammenhängender Effekt-Mix im Pop- und Dubstep-Mantel anzusehen, der als Kick für den Augenblick gut funktioniert, aber auf Dauer auch etwas Nerv-Potenzial mit sich bringt, das es in Zukunft nicht zwangsläufig glattzubügeln gilt, aber vielleicht ein klein wenig näher an den Otto-Normalhörer herangebracht werden könnte.

Anspieltipps:

  • Jalousien
  • Hologram
  • Lippenblau
  • Herz gesehen
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