Duran Duran - Paper Gods - Cover
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Duran Duran Paper Gods


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 57 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Kein Meisterwerk und kein wirklich nachhaltiges Songmaterial, doch von einem Ausfall weit genug entfernt.

Die britische Band Duran Duran, seit 1978 im Geschäft, gehört zu den Stehaufmännchen der Branche. Zahlreiche Hochs und Tiefs, Line-up-Wechsel, vorübergehende Auszeiten, stilistische Achterbahnfahrten und trotzdem nie aufgeben: Das ist die Karriere von Duran Duran im Zeitraffer, zu der auch zahlreiche Hits und ein großer Einfluss auf nachfolgende Pop-Generationen zählen. Inzwischen sind Simon Le Bon, Nick Rhodes, John Taylor und Roger Taylor allesamt deutlich über der 50-Jahre-Marke und so etwas wie die geschätzten Elder Statesmen des BritPop.

Fast fünf Jahre nach ihrem letzten Studiowerk „All You Need Is Now“ könnten Duran Duran mit ihrem neuen Album „Paper Gods“ davon profitieren, dass die 80er Jahre wieder einmal eine kleine Auferstehung erleben, indem eben jener Sound von aktuellen, jüngeren Acts in ihre Songs eingebaut und wiederbelebt wird. Wie praktisch, wenn dann eines der Originale aus längst vergangenen Zeiten wieder auf der Matte steht und allen Synthie-, New-Wave- und BritPop-Romantikern neues Futter liefert. Futter, das die selige Vergangenheit nicht ausklammert, aber trotzdem zeitgemäß sein will. Der Versuch, konsequent wie früher zu klingen, war schließlich bereits mit „All You Need Is Now“ erledigt worden.

Für den „Duran Duran Sound 2015“ auf dem inzwischen 14. Studioalbum wurden Songwriter und Produzenten wie Ben „Mr.“ Hudson, Joshua Blair, Nile Rodgers und Mark Ronson verpflichtet sowie Gastmusiker wie John Frusciante, Janelle Monáe, Kiezsa und, äh, Lindsay Lohan ins Studio eingeladen. Seit 2013 werkelte die Band an ihren neuen Stücken, die einen deutlichen Hang in Richtung Dancefloor besitzen. Dass die Songs trotzdem unverkennbar nach Duran Duran klingen, liegt nicht zuletzt an der unverwechselbaren Stimme von Sänger Simon Le Bon (56).

Doch auch den Hang zu knallig-bombastischen Klängen haben sich die Briten erhalten und in ihre Verjüngungskur einfließen lassen, sodass die 12 Songs tatsächlich moderner, aber immer nach Duran Duran klingen. Trotzdem ist das Quartett nicht mehr die Gruppe blutjunger Twens, die in den 80er Jahren die Popwelt mit Hits wie „Girls on film”, „Wild boys” und „View to a kill” erobert hat. Das macht so ein Comeback nach fünf Jahren natürlich nicht leichter. Doch mit dem Dancefloor im Visier versuchen sich die vier an einer erwachsenen Form von Popmusik, die sowohl das Stammpublikum, als auch neue, junge Hörer erreichen will.

Das gelingt Duran Duran im Großen und Ganzen auch. Wir hören auf „Paper Gods“ zwar keine Meisterwerke und kein wirklich nachhaltiges Songmaterial, doch von einem Ausfall sind die Herren aus Birmingham weit genug entfernt, sodass ihr Drang, immer weiterzumachen, auch mit diesem Werk durchgewunken werden kann.

Anspieltipps:

  • Butterfly girl
  • Danceophobia
  • Last night in the city
  • What are the chances?
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