The Weeknd - Beauty Behind The Madness - Cover
Große Ansicht

The Weeknd Beauty Behind The Madness


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 65 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Beauty Behind The Madness“ ist für The Weeknd ein weiterer Baustein auf dem Weg zum Superstar. Falls er es nicht längst ist.

Abel Tesfaye alias The Weeknd (25) ist der Shootingstar der R&B-Szene und längst kein Insidertipp mehr. Doch auch wenn die Verkaufszahlen seiner bisherigen Werke zwar gut, aber überschaubar waren, steht sein Gefolge auf Facebook, Twitter und Instagram bei mehreren Millionen Usern. Und sind wir mal ehrlich, das ist es doch, was heute zählt. Und trotzdem: Sein neues Album „Beauty Behind The Madness“ legte in den USA einen Traumstart hin. Platz eins und in der ersten Woche mehr Abverkäufe, als der Vorgänger „Kiss Land“ (09/2013) bis heute insgesamt vorweisen kann.

„Beauty Behind The Madness“ ist die Abkehr von den düsteren Monumentalsongs des „Trilogy“-Albums (11/2012). Plötzlich stand das Schreiben von richtigen Refrains im Mittelpunkt, was mit Top-Produzenten wie Max Martin (P!nk, Taylor Swift, Katy Perry, Christina Aguilera), Kanye West (Jay-Z, Alicia Keys, Janet Jackson, Ludacris) und Peter Svensson (Carly Rae Jepsen, Ariana Grande, Icona Pop, Avril Lavigne) – um nur drei der beteiligten Knöpfchendreher zu nennen – wohl auch locker gelingen sollte. Schöpferisch hat sich The Weeknd mit seinen neuen Stücken unter anderem an den musikalischen Helden seiner Kindheit orientiert. Helden wie Prince, Whitney Houston und Michael Jackson. Gerade letzter strahlte auf Songs wie „Losers“ oder auch „Can’t feel my face“ ganz besonders ab.

Wichtig für The Weeknd wird sein, dass er dadurch nicht seine eigene Identität aufs Spiel setzt und in die üblichen Fallen tappt, die nach schwülstiger Erotik oder billigem R.-Kelly-R&B klingen. Ansätze dazu sind sowohl inhaltlich („Shameless”) als auch musikalisch („Often”) vorhanden. Doch The Weeknd umschifft diese Klippen relativ geschickt, indem er seinen Sound nie zu stark in Richtung Pop öffnet und sich immer noch einen Rest seiner düsteren Aura bewahrt, die in bewegenden Tracks wie „The hills“ für Gänsehaut sorgt („I just fucked two bitches 'fore I saw you. You gon' have to do it at my tempo. Always tryna send me off to rehab. These drugs got me feeling like it´s decaf. I´m just tryna live life for the moment. And all these motherfuckers want a relapse.”).

Eine Annäherung an den Mainstream, tanzbare Stücke, Michael-Jackson-Verweise und Duette mit Ed Sheeran („Dark times“) und Lana Del Rey („Prisoner“) – The Weeknd hat einiges gewagt und aufs Spiel gesetzt und am Ende damit gewonnen. Doch wie leicht hätte der Kanadier damit baden gehen können? Stücke wie „In the night“ wären vor drei Jahren jedenfalls noch unvorstellbar gewesen. The Weeknd schaffte es jedoch, die hinzugewonnene Pop-Leichtigkeit in eine Atmosphäre einzubetten, mit der er sich weiterhin von der 08/15-R&B-Riege abgrenzt. So sind die Duette mit den berühmten Kollegen tatsächlich zwei Höhepunkte eines Albums, das einen weiteren Baustein The Weeknds auf dem Weg zum Superstar darstellt. Falls er es nicht längst ist.

Anspieltipps:

  • Losers
  • Prisoner
  • The hills
  • Dark times
  • Can’t feel my face
Neue Kritiken im Genre „R&B“
9/10

Fragen Über Fragen
  • 2017    
7/10

A Seat At The Table
  • 2016    
Diskutiere über „The Weeknd“
comments powered by Disqus