Keith Richards - Crosseyed Heart - Cover
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Keith Richards Crosseyed Heart


  • Label: Virgin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein gut abgehangenes Alterswerk in der musikalischen Schnittmenge aus Country, Blues, Reggae und Rock’n’Roll.

Als Mick Jagger (72), Sänger der Rolling Stones, vor 30 Jahren sein erstes Soloalbum „She’s The Boss“ (02/1985) auf den Markt brachte und zwei Jahre später mit „Primitive Cool“ (09/1987) noch ein Solowerk nachlegte, sah sich Stones-Gitarrist Keith Richards (71) gefordert, ebenfalls Solopfade zu betreten. Er lieferte zuerst das räudige „Talk Is Cheap“ (10/1988) und vier Jahre später das nicht minder rockige „Main Offender“ (10/1992) ab. Danach war Keith Richards Solokarriere erst einmal beendet, während Mick Jagger noch das famose „Wandering Spirit“- (02/1993) sowie das überambitionierte „Goddess In The Doorway“-Album (11/2001) nachlegte, bevor auch er auf weitere Solo-Aktivitäten unter seinem Namen verzichtete.

Jetzt, 23 Jahre nach seinem letzten Soloalbum, bringt Keith Richards mit „Crosseyed Heart“ ein neues Werk auf den Markt. Und zwar völlig entspannt, ohne Wettstreit mit seinem Stones-Kollegen. Richards ging einfach mit seinen alten Kumpels Steve Jordan und Waddy Wachtel ins Studio und ließ sich überraschen, was dabei herauskommt. Als Gäste gesellten sich unter anderem Norah Jones, Ivan und Aaron Neville sowie Larry Campbell dazu. Herausgekommen ist ein würdiges Alterswerk zwischen Country, Blues, Reggae und Rock’n’Roll.

Dass in Keith Richards Brust mehrere Herzen schlagen, zeigt bereits der Auftakt mit dem akustischen Blues-Stück „Crosseyed heart“, gefolgt von „Heartstopper“, einem energischen Rocker im Stones-Stil. Damit fühlt sich der Hörer sofort willkommen in der Welt des Hobby-Piraten, in der man sich noch immer wie vor 40 Jahren auf jedes Lick und Riff freut, auch wenn Richards deutlich ruhiger geworden ist und mit seinen Blues-Anleihen an das Werk eines Eric Clapton erinnert. Dazu erfreut uns der 71-Jährige als Grantler mit rauer, leicht windschiefer Stimme („Blues in the morning“) und einer abwechslungsreichen Mischung aus Rocksongs („Trouble“), Reggae („Love overdue“) und Blues in verschiedenen Ausprägungen („Suspicious“).

Fazit: Mit „Crosseyed Heart“ legt Keef ein gut abgehangenes Blues’n’Roll-Album vor, das auch ohne sensationelle Songideen viel Spaß bereitet und eine entspannte Stimmung transportiert. Die zweite Hälfte der Glimmer Twins zeigt sich in ihrem Element und ergänzt sich traumwandlerisch mit ihren Gästen, die zeigen, dass es auch ohne Mick und Co. funktioniert. Und zwar so gut, dass in 2016 schon das nächste Soloalbum von Herrn Richards folgen könnte. Das hätte durchaus Charme, denn bei neuen Stones-Werken schwingt ja latent die Gefahr mit, dass sie ihr Denkmal auf ihre alten Tage noch beschädigen könnten.

Anspieltipps:

  • Trouble
  • Heartstopper
  • Nothing on me
  • Blues in the morning
  • Something for nothing
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