Romano - Jenseits Von Köpenick - Cover
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Romano Jenseits Von Köpenick


  • Label: Virgin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der geile Heiler, der Küsschenverteiler, oder: Guildo Horn meets Sido meets Roland Kaiser meets Tom Angelripper.

Roman Geike alias Romano (35) wirbelt bereits seit Ende der 90er Jahre als Rapper und Sänger im musikalischen Untergrund Berlins herum, ohne dass er sich stilistisch dingfest machen lässt. Genauso verhält es sich auch mit seinem offiziellen Debütwerk „Jenseits von Köpenick“. Der blonde Zopfträger verknüpft HipHop, G-Funk, Pop, Heavy Metal, Schlager und Techno zu einem facettenreichen, aber auch kalkuliert wirkenden Mix aus allem, was in den letzten 20 Jahren angesagt war. Für den Moment lässt sich damit gewiss Aufmerksamkeit erzielen. Doch wie sieht es mit der nachhaltigen Wirkung von „Jenseits von Köpenick“ aus?

Der Hype ist dem Berliner zur Veröffentlichung seines auf einem Majorlabel auf den Markt kommenden Albums sicher. Er polarisiert mit seinen Texten, seiner Musik und auch mit seinem Äußeren. Er trägt Bomberjacke zur Trainingshose und hat die Haare schön. Das fällt auf, das macht neugierig. Und all denen, die in Sachen Romano wie im Zoo am Gitter des Affengeheges stehen und gaffen, gibt der Köpenicker Futter. Und zwar reichlich. Guildo Horn meets Sido meets Roland Kaiser meets Tom Angelripper. Auf „Jenseits von Köpenick“ ist so richtig was los.

Romano lässt im Opener „Köpenick“ den guten, alten G-Funk von der Leine (vergleiche Warren G., Dr. Dre und Snoop Dogg) und erzählt von seinem Kiez. Diese Geschichten können nie schräg genug sein („Der schöne General“, „Brenn die Bank ab“, „Klaps auf den Po“), was sowohl die Inhalte, als auch die Musik betrifft, in der fette HipHop-Beats auf Synthesizer-Klänge und wilde Rhythmen treffen. Zu 100% ernst nehmen kann das der Hörer nicht. Und vermutlich meint es auch Romano nicht bierernst. Eine gute Portion Humor wird dem Köpenick-Konsumenten demnach abverlangt. Und dieser erhält dafür als Belohnung eine erste Albumhälfte geboten, die zu den ungewöhnlichsten Ereignissen der Saison 2015 zählt.

Doch ist ungewöhnlich sein schon mehr als die halbe Miete? Eher nicht. Denn an der Stelle, wo Deichkind in den nächst höheren Dadaismus-Gang schalten, verharrt Romano auf einem guten, aber nicht überragenden Niveau, auf dem er den drei, vier Hits des Albums nichts mehr hinzufügen kann. Aber das ist ja auch schon was, selbst wenn es am Ende nur für den Hype eines Sommers gereicht hat.

Anspieltipps:

  • Köpenick
  • Stahlraum
  • Metalkutte
  • Klaps auf den Po
  • • Brenn die Bank ab

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