Backyard Babies - Four By Four - Cover
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Backyard Babies Four By Four


  • Label: Gain Records/Sony Music
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach den Silikon-Tittchen der Butcher Babies dürfen diese Woche die Backyard Babies ran.

Nachdem letzte Woche etwas pöbelhaft die Silikon-Tittchen der Butcher Babies ihr Unwesen treiben durften, geht es bei den Backyard Babies schon etwas gesitteter zu. Nicke Borg (Gesang, Gitarre), Andreas Tyrone Svensson (Gitarre), Johan Blomquist (Bass) und Peder Carlsson (Schlagzeug) müssen zwar den guten Eindruck des selbstbetitelten Vorgängers bestätigen, der immerhin schon sieben Jahre auf dem Buckel hat, doch hetzen lassen sich die vier Schweden aus Nässjö dabei sicher nicht. Der flotte Opener „Th1rt3en or nothing“ versprüht mit Country-Geplänkel, Kuhglocke und Vocoder nämlich ohne weiteres den Schmäh der langgedienten Punkrocker, Geschwindigkeitsrekorde stellt der Track aber keinesfalls auf.

Das muss er allerdings auch gar nicht, denn wer ein Album der Backyard Babies in den Warenkorb legt, der will eine gute Zeit haben und nicht sein Gehirn gegen die Wohnzimmerdecke blasen lassen. So passt es dann auch, dass zwei Halbballaden, die die Hoch-Zeit des Hardrock umgarnen, ins Portfolio genommen wurden, an denen Bon Jovi mitgeschrieben haben könnte („Mirrors (shall be broken)“, „Bloody tears“), „Piracy“ und „Wasted years“ unbekümmertes The Ataris-Summerfeeling versprühen und „I´m on my way to save your rock´n roll“ die Lässigkeit der frühen The Subways- oder The Kooks-Nummern atmet. Nüchtern betrachtet führt das zu einem ziemlich großen Spektrum, der Vierer schafft es allerdings, dem Ganzen einen roten Faden zu geben, der weder aufgesetzt, noch erzwungen wirkt.

Hochkarätiges Material, das sämtliche Innovationspreise gewinnt, darf natürlich nicht erwartet werden, aber dafür haben die Backyard Babies den 7½ Minuten langen Rausschmeißer „Walls“ geschrieben. Beginnend als saucooler Jazz-Nachtclub-Appetizer mit Kontrabass-Gezupfe und Fingerschnippen wächst die Nummer immer mehr zu einem hart rockenden Ungeheuer an, das massenhaft Feuer spuckt und zum Schluss in einen fatalistischen Instrumentalteil mündet, der hoch erhobenen Hauptes dem Ende entgegen steuert. Schlicht und ergreifend ein grandioses Finale für ein souveränes, wenn auch stellenweise etwas zu sehr auf Nummer sicher spielendes Album.

Anspieltipps:

  • Walls
  • Piracy
  • Never Finish Anything

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