Butcher Babies - Take It Like A Man - Cover
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Butcher Babies Take It Like A Man


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Schizophrene Mischung aus Devildriver, Iwrestledabearonce, The Dillinger Escape Plan und Pantera.

Nein, das Debüt „Goliath“ der Butcher Babies war kein großartiges Album. Nein, „Take It Like A Man“ setzt nicht unbedingt viel daran, dies zu ändern, und ist ebenfalls kein großartiges Album. Es gibt aber hin und wieder diese Tage, an denen will man nicht hochkomplexe Progressive Metal-Hochkultur erleben oder sich von einem herrlich redundanten Meshuggah-Riff getragen in andere Sphären begeben. Da reicht es, wenn zwei Mädels mit ihren Silikonhupen ins Mikro brüllen, grunzen oder säuseln und im Hintergrund die Tore zur generischen Modern Metal-Hölle aufgestoßen werden. Heidi Shepard und Carla Harvey heißen die beiden Playboy-Häschen, die sich aus dem Stall von Hugh Hefner heraus ein zweites Standbein als klischeebeladene Metalbitches geschaffen haben. Ihre Bühnenauftritte absolvieren sie gerne halbnackt, die Emanzipation setzt die 9mm Magnum an.

So eng wie die Lack- und Lederoutfits der beiden Damen muss man deren Output aber wirklich nicht sehen, denn mit einigen Ausnahmen ist „Take It Like A Man“ für den gemeinen Metalhead sicherlich eine willkommene Abwechslung zu all den hochtrabenden „echten“ Veröffentlichungen in der Szene. Ja, der Bekanntheitsgrad der Butcher Babies zehrt hauptsächlich von zwei Paar Titten und die Aggro-Schiene, die im Opener „Monster´s ball“ und der darauffolgenden Wuchtbrumme „Igniter“ bedient wird, könnte austauschbarer nicht sein. Jedoch macht das Gehörte schlicht und ergreifend Laune. Nicht unbedingt darauf, seinen Freunden davon zu erzählen, dass man Fan von ein paar Kilo Silikon ist, aber dass man zum Aggressionsabbau auch mal die holde Weiblichkeit ins Gebet nimmt, anstatt sich immer nur von den üblichen Verdächtigen die Gehörgänge durchpusten zu lassen.

Der schizophrene Mix aus Devildriver, Iwrestledabearonce (ohne elektronische Spielereien), The Dillinger Escape Plan (zumindest erinnert das eintretende Chaos an Greg Puciato & Co.) und Pantera wird zudem durch die im besten Falle gelungene Reibung aus lieblichem Frauengesang und weiblichem Zeter und Mordio-Gebrüll unterstützt („The cleansing“, „For the fight“). Allerdings gibt es natürlich auch lästige Absicherungen in Form obligatorischer Powerballaden („Thrown away“), schwachbrüstiger Wiederholungstäter („Never go back“ ist nichts anderes als „Monster´s ball“ in soft) und nerviger Langweiler wie „Blood soaked hero“ oder „Dead man walking“, die lediglich im Einheitsbrei der Modern Metal-Maschinerie ihr Unwesen treiben. Deutlich spannender gestaltet sich die von Produzent Logan Mader (Fear Factory, Divine Heresy, Five Finger Death Punch) fulminant in Szene gesetzte Circle Pit-Attacke „Blonde girls all look the same“ und das mit einem punkigen Vibe aufwartende „Marquee“. Einen Grammy werden die zwei Ladies mit dieser Leistung garantiert nicht nach Hause bringen, für ein paar „guilty pleasure“-Durchläufe eignet sich der zweite Ableger aus dem Hause Butcher Babies aber allemal.

Anspieltipps:

  • Marquee
  • The Cleansing
  • Monster´s Ball

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