Buckcherry - Rock N Roll - Cover
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Buckcherry Rock N Roll


  • Label: F-Bomb Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Belangloser Durchschnitt, der weder wehtut noch berührt.

Die kalifornische Band Buckcherry feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag und scheint dabei munterer denn je zu sein. Dabei ist die Karriere des Quintetts durchaus etwas holprig verlaufen. Buckcherry starteten Ende der 90er Jahre, damals noch als Quartett, hoffnungsvoll mit einem Major-Vertrag in den Musikzirkus und holten mit ihrem Debüt auf Anhieb eine Gold-Auszeichnung in den USA. Nach der Veröffentlichung ihres Zweitwerks zerbrach die Band und wurde fünf Jahre später von Sänger Josh Todd und Gitarrist Keith Nelson reformiert.

Der Lohn war, trotz einer schwachen Höchstplatzierung auf Rang 39, eine US-Platin-Auszeichnung für den „15“-Longplayer (04/2006), der mit mehr als einer Million abgesetzter Einheiten bis heute das meistverkaufte Buckcherry-Werk darstellt. Fortan erreichten Buckcherry in den US-Rock-Charts zwar Top-10-Ränge, allerdings ohne dass sich die Verkaufszahlen und ihre künstlerische Attitüde weiterentwickelten. Aus diesem Grund schwingt schon seit Jahren ein wenig der Makel mit, dass Buckcherry lediglich in der zweiten Liga des Hard- und Sleazerock Blumentöpfe gewinnen. Für das ganz große Ding hat es dagegen bisher nicht gereicht.

Das wird auch das von Gitarrist Keith Nelson produzierte, siebte Studioalbum mit dem programmatischen Titel „Rock N Roll“ nicht ändern, selbst wenn die Band vom ersten Ton an mit maximaler Authentizität den Sunset-Strip-Sleaze-Sound der späten 80er Jahre imitiert und damit Veteranen wie Guns N‘ Roses, Mötley Crüe, Cinderella, Poison oder auch Ratt Tribut zollt. Denn nur nachahmen reicht nicht, zumal die Band selbst mit „Rock N Roll“ in die eigenen Geschichtsbücher eintauchen will, um dem Hörer den klassischen Buckcherry-Sound zu servieren.

So drehen sich die Amerikaner seit Jahren im Kreis und verwalten ihren Status, obwohl genau das eher unangebracht erscheint. Denn mit dem „Confessions“-Album (02/2013) hatten Buckcherry zuletzt den Hardrock verloren und jetzt mit „Rock N Roll“ – dem Titel zum Trotz – auch nicht wiedergefunden. In dem guten halben Stündchen suhlt sich die Band in gemütlichen Nummern und Midtempo-Groovern wie „Rain’s falling“ und „Get with it“. Sie legt mit „The feeling never dies“ eine klassische Breitwandballade vor und lässt nur ein einziges Mal, mit dem Track „Sex appeal”, in Aerosmith-Manier die Kuh fliegen. Das war’s.

Lediglich mit „Tight pants“ können Buckcherry ein wenig überraschen. In dem Song treffen zackige Bläserriffs auf Pop-Funk im Maroon-5-Stil, womit der Hörer zumindest ein klein wenig milde gestimmt werden kann. Ansonsten regiert auf „Rock N Roll“ leider nur relativ belangloser Durchschnitt, der weder wehtut noch berührt.

Anspieltipps:

  • Sex appeal
  • Tight pants
  • The madness
  • The feeling never dies
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