Lisa Bassenge - Canyon Songs - Cover
Große Ansicht

Lisa Bassenge Canyon Songs


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein konzeptionell gut umgesetztes Coverwerk mit Songs von der amerikanischen Westküste.

Mit ihrem ersten Album für das Label Musik Produktion Schwarzwald, im Vertrieb von Edel Records, legt Lisa Bassenge eine Sammlung von Coverversionen vor, die im Original von Künstlern der amerikanischen Westküste stammen. Dabei liegt der Fokus bis auf einen Song von Elliot Smith aus dem Jahr 1997 auf Stücken aus den 60er und 70er Jahren, die ursprünglich von Shuggie Otis, Tom Waits, The Doors, Rickie Lee Jones, den Beach Boys, James Taylor, Joni Mitchell und Buffalo Springfield aufgenommen wurden.

Eingespielt wurden die Tracks ganz stilecht in den East West Studios in Hollywood, Los Angeles, unter Larry Kleins (u.a. Herbie Hancock, Melody Gardot, Tracy Chapman, Madeleine Peyroux) Produzenten-Aufsicht. Als Gäste sind zudem der deutsche Star-Trompeter Till Brönner und der norwegische Songwriter und Gitarrist Thomas Dybdahl zu hören. Gemeinsam mit einer Band aus erfahrenen Studiomusikern aus Los Angeles interpretierte die Berlinerin ein Bündel kleiner und großer Klassiker und stülpte ihnen einen entspannten Jazz-Folk-Pop-Mantel über.

Dabei wurden die Songs nicht, wie es bei Coverversionen häufig üblich ist, vergewaltigt und in ein Korsett gedrückt, in das sie nicht gehören, sondern atmosphärisch gebündelt und mit viel Liebe zum Detail neu eingespielt. Die Seele der Lieder blieb zwar erhalten, doch Bassenge scheute sich nicht davor, ihnen ihren eigenen Stempel aufzudrücken. So wirkt das Gesamtpaket äußerst relaxt und stimmlich gut eingefangen. Es kommt aber durchaus vor, dass die latente Gemütlichkeit etwas zulasten der Dringlichkeit von Songs wie zum Beispiel „Riders on the storm“ geht.

So fließen die „Canyon Songs“ in einem ruhigen und sanften Fluss dahin und brechen nur ein einziges Mal aus der selbst verpassten Gemütlichkeits-Zwangsjacke aus, wenn in „All stripped down“ plötzlich auffälliges Elektro-Geplucker in trauter Eintracht mit Bläser-, Orgel- und E-Gitarrenriffs agiert. Dieses Beispiel zeigt, dass hier mit etwas Mut zur Lücke mehr drin gewesen wäre. Doch auch so ist der vorliegende Longplayer kein Reinfall, sondern ein konzeptionell gut umgesetztes Coverwerk.

Anspieltipps:

  • Angeles
  • Blue skies
  • All stripped down
  • Riders on the storm
  • Searching for a heart
Neue Kritiken im Genre „Jazz-Pop“
Diskutiere über „Lisa Bassenge“
comments powered by Disqus