Black Temple - It All Ends - Cover
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Black Temple It All Ends


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Black Temple mögen als Live-Band vielleicht jeden Club zum Schwitzen bringen, auf Platte verdrückt man höchstens eine Träne.

Odyssey veröffentlichten im Mai 2012 mit „Abysmal Despair“ ihr Debüt. Sie erkämpften sich einen Ruf als heißblütige Liveband, doch so richtig starteten die schwedischen Hardrocker nicht durch. Einer der Gründe mag die Wahl des Namens sein, den schon viel zu viele Künstler und Bands unterschiedlichster Genres als Namen trugen oder in diesen einfließen ließen. Also ändert man die Flagge von Odyssey auf das etwas düstere Black Temple, schafft es, Anders Friden von In Flames eine Kopie des Zweitlings „It All Ends“ zukommen zu lassen, der vom Material ausnahmslos begeistert ist, und bekommt prompt Century Media als starken Vertragspartner in Europa an die Hand. Einen Hype haben Jonas Pedersen (Gesang, Bass), Marcus Witold (Gitarre) und Jesper Karlsson (Schlagzeug) damit zwar noch nicht ausgelöst, das Interesse wecken die drei Jungs aber allemal.

Vielversprechend rollt dann auch schon der Opener „Unlikely event“ als hart rockender Postcore-Schnalzer mit dezentem Punkvibe aus den Boxen und die Produktion von Magnus Lindberg (Cult Of Luna) verzückt mit einem kräftigen, aber nicht überladenen Klangbild. Auf ähnliche Art und Weise geht es in „Acid rain“ weiter, lediglich die Gitarre streckt die Ellbogen aus und setzt sich gegen den etwas monotonen Gesang von Jonas durch. Mit „Great things“ und „Difficult journey“ suhlen sich Black Temple erneut in Sparta-Hardrock, der nicht so recht weiß, ob er in den Doom-Keller oder auf zappeligere Rock-Anhöhen klettern will. Als Hörer wird man jedenfalls langsam ungeduldig, da der Soundkosmos sich nur wenige Millimeter vorwärts bewegt und man das Gefühl hat, ein paar Tonnen an den Füßen hängen zu haben.

Anders als bei ähnlichen Vertretern wird bei den drei Schweden dadurch aber nicht eine vielseitige Kulisse aufgebaut, die nach und nach die Daumenschrauben anlegt. Stattdessen bewirken der allzu stringente Fluss und das immer stärker die Limitierungen von Jonas aufzeigende Klanggefüge ein Gefühl von Ohnmacht und Erschöpfung. Es wächst die Erkenntnis, die neun Songs auf „It All Ends“ wollen vermutlich nicht auf den Punkt kommen oder andere Facetten ans Tageslicht fördern. Am Schluss der gerade einmal 37 Minuten langen Darbietung höchster Gleichgültigkeit obsiegt das Schulterzucken. Black Temple mögen als Live-Band vielleicht jeden Club zum Schwitzen bringen, auf Platte verdrückt man jedoch höchstens eine Träne.

Anspieltipps:

  • Great Things
  • Oncoming Fire

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